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Kriminalstatistik 2015 : Flensburg: Mehr Ladendiebstähle, weniger Gewalttaten

vom

In der Stadt Flensburg und den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland bleibt die Zahl der Straftaten auf einem niedrigen Stand.

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2016 | 13:51 Uhr

Flensburg | Die Polizeidirektion Flensburg hat am Donnerstag für die Stadt Flensburg und die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland die Kriminalstatistik 2015 veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der registrierten Straftaten auch 2015 auf einem seit zehn Jahren tendenziell niedrigen Stand.

Insgesamt wurden 29.487 Straftaten und damit dem Landestrend folgend 425 Delikte mehr im Raum Flensburg, Schleswig-Flensburg und Nordfriesland erfasst als 2014. Hierbei ist allein die Zunahme der Verstöße gegen das Ausländerrecht mit 687 Fällen zu beachten. Die Aufklärungsquote verbesserte sich auf nunmehr 57,8 Prozent und liegt somit erneut über dem Landesdurchschnitt.

Die Zahlen im Detail: In den folgenden Grafiken wurden die wichtigsten Tatbestände für das jeweilige Gebiet in Gruppen zusammen gefasst.

Stadt Flensburg

In der Stadt Flensburg wurden 2015 insgesamt 10.828 Straftaten statistisch erfasst und damit 1.074 Straftaten mehr als im Vorjahr. 2015 wurden keine Straftaten gegen das Leben (im Vorjahr gab es noch sechs Fälle) und 81 (ein Minus von zwölf Taten) Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in Flensburg registriert. Es wurden 837 (-68) Körperverletzungen angezeigt und 130 (+1) Raubtaten. Die Gewalttaten in Flensburg sind somit insgesamt rückläufig.

2015 wurden 424 (-30) Fahrraddiebstähle, 355 (-20) Autoaufbrüche, 1209 (+194) Ladendiebstähle und 511 (+74) Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen registriert. Die Ladendiebstähle sind innerhalb von drei Jahren um über 500 Fälle angestiegen, was eine besorgniserregende Entwicklung darstellt, heißt es vonseiten der Polizei.

Heraus ragt ein Anstieg der Verstöße gegen das Ausländergesetz um 783 auf 1.398 Fälle. Diese Zahlen sind auf die besondere Flüchtlingssituation in Flensburg zurückzuführen. Flensburg war im Jahr 2015 (insbesondere der Bahnhof) Durchgangsstation für Flüchtlinge, die nach Skandinavien reisen wollten.

Steigende Einbruchszahlen in der Stadt

Die Fälle schwerer Diebstähle aus Werkstätten/Büros stiegen auf 209 (+44) Delikte, schwerer Diebstähle aus Gaststätten auf 51 (+15) Delikte, schwere Diebstähle aus Wohnräumen auf 282 (+30) Delikte. Die Vermögens- und Fälschungsdelikte (überwiegend Betrug) sind um 208 Fälle auf 1257 angestiegen.

Die erneut verbesserte Aufklärungsquote in Flensburg liegt bei 60,2 Prozent. Urbane Ballungszentren sind naturgemäß stärker mit Kriminalität belastet, als ländlich geprägte Regionen, betont die Polizei. Die Häufigkeitszahl beträgt 12.785.

Hintergrund: Die Häufigkeitszahl

Die Häufigkeitszahl (HZ) ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, errechnet auf 100.000 Einwohner. Die HZ drückt die durch die Kriminalität verursachte Gefährdung aus. Durch den Quotienten wird die Gefährdungssituation in unterschiedlich großen Städten, Landkreisen pp. grundsätzlich vergleichbar.

Ihre Aussagekraft wird dadurch beeinträchtigt, dass unter anderem ausländische Durchreisende, Touristen und grenzüberschreitende Berufspendler sowie Nichtdeutsche, die sich illegal aufhalten, in der statistisch erfassten Einwohnerzahl nicht enthalten sind. Straftaten die von diesem Personenkreis begangen wurden, werden aber in der Polizeilichen Kriminalstatistik gezählt.

 

Kreis Schleswig-Flensburg

Im Kreis Schleswig-Flensburg wurden 2015 insgesamt 9.721 Straftaten statistisch erfasst, was einem Rückgang um 397 Fälle entspricht.

Während im Jahr 2014 sechs Straftaten gegen das Leben statistisch erfasst wurden, waren es 2015 lediglich vier Fälle. Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 137 (+17) Fälle registriert. Es wurden 1.216 (+6) Rohheitsdelikte statistisch erfasst. Die Fälle der angezeigten Körperverletzungen stagnieren bei 875 (+3) Delikten. Ein leichter Anstieg der Raubdelikte auf 44 (+2) Fälle ist zu verzeichnen.

Sinkende Einbruchszahlen auf dem Land

Es wurden 284 (-16) Einbrüche in Werkstätten und Büroraume, 37 (-11) Einbrüche in Gaststätten und 326 (-19) Einbrüche in Wohnräume angezeigt. Damit sind die Einbrüche in Gebäude insgesamt rückläufig. 231 (-52) Autoaufbrüche wurden bekannt. Darüber hinaus erhöhten sich die Sachbeschädigungen auf 1.119 (+126) Fälle.

Die Verstöße gegen das Ausländergesetz sind um 185 auf 1.431 Fälle gesunken.

Damit befindet sich die Anzahl der registrierten Straftaten seit einigen Jahren auf einem niedrigen Niveau. Die Aufklärungsquote konnte auf 61,2% erneut verbessert werden. Mit einer Häufigkeitszahl von 4.970 weist der Kreis Schleswig-Flensburg die nach den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde geringste Kriminalitätsbelastung unter den Landkreisen in Schleswig-Holstein auf.

Kreis Nordfriesland

Im Kreis Nordfriesland sind erneut sinkende Zahlen registrierter Straftaten zu verzeichnen (um 252 Fälle auf 8.938 Delikte). Ein Rückgang ist insbesondere bei den Diebstahlsdelikten, Rohheitsdelikten, und Sachbeschädigungen auffällig: 2015 wurden 4 (-3) Straftaten gegen das Leben und 98 (+12) Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung im Kreis Nordfriesland registriert. Es wurden 960 (-117) Körperverletzungen angezeigt und 44 (+2) Raubtaten.

Mehr Einbrüche im Kreis Nordfriesland, weniger Fahrraddiebstähle

Es wurden 336 (+100) Einbrüche in Werkstätten und Büroraume, 75 (+2) Einbrüche in Gaststätten und 312 (+48) Einbrüche in Wohnräume angezeigt. Damit sind die Einbrüche in Gebäude mit Ausnahme der Gaststätten sehr deutlich angestiegen. 165 (+8) Autoaufbrüche wurden bekannt, 693 (-149) Fahrraddiebstähle. Die Fahrraddiebstähle sind damit sehr deutlich zurückgegangen.

Darüber hinaus verringerten sich die Sachbeschädigungen auf 1023 (-261) Fälle ebenfalls deutlich, die Betrugsdelikte nahmen nach einem Rückgang im davorliegenden Jahr auf 879 (+89) Fälle zu. 115 (+80) Verstöße gegen das Ausländergesetz wurden registriert.

Damit befindet sich die Anzahl der registrierten Straftaten seit zehn Jahren auf einem abfallenden und dem bisher niedrigsten Niveau. Die Aufklärungsquote liegt bei 51 Prozent. Mit einer Häufigkeitszahl von 5.510 befindet sich der Kreis Nordfriesland neben Plön, Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg auf sehr niedrigem Niveau.

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