Dauerregen in SH : Flensburg kämpft gegen das Wasser

Donnernde Wassermassen: Hier stürzt der Lautrupsbach Richtung Hafen.
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Donnernde Wassermassen: Hier stürzt der Lautrupsbach Richtung Hafen.

Die Regenfälle der vergangenen Woche haben das Flensburger Stadtgebiet in kleine Seenplatten verwandelt. Viele Becken sind voll, Bäche sind über die Ufer getreten und haben die Wege überflutet.

shz.de von
16. Januar 2015, 08:21 Uhr

Flensburg | Wo man auch hinschaut, wo man auch hintritt – das Wasser ist schon da. Die Regenfälle der letzten Woche haben nicht nur das schleswig-holsteinische Binnenland überschwemmt, sondern auch Teile des Flensburger Stadtgebiets in kleine Seenplatten verwandelt. Die Regenrückhaltebecken an den Neubaugebieten sind randvoll, und die offenen Fließgewässer haben sich in rauschende Bäche verwandelt. Manche Fußwege sind trockenen Fußes nicht mehr passierbar.

Das Rauschen ist selbst oben beim Medienzentrum gegenüber der St. Jürgen-Kirche nicht zu überhören. Es ist der Lautrupsbach, der sich auf der anderen Seite der Nordstraße bei der früheren Lautrupmühle wie ein Sturzbach in die Tiefe ergießt. Im Sommer tröpfelt es hier in trockenen Phasen, derzeit stürzen die Wassermassen zu Tal. Ganz anders geht die Osbek mit dem Dauerregen um. Sie hat sich südlich der Osterallee auf den Wiesen rechts und links ihres Laufs breit gemacht.

Das Technische Betriebszentrum schaut mit Argusaugen auf die ungewöhnlich großen Mengen an Wasser, die derzeit kontrolliert aus dem ganzen Stadtgebiet zur Förde geleitet werden müssen. „Es gibt keine nennenswerten Probleme“, sagte gestern TBZ-Sprecher Ralf Leese. „Die Mengen sind zu bewältigen.“

Der Grund ist einfach: Der Regen fällt stetig und nicht sturzbachartig. Das Entwässerungssystem ist ausgelegt für große Mengen – aber nicht, wenn diese in kurzer Zeit fallen. Dann laufen die Gullys über und Straßen stehen unter Wasser. Das ist derzeit aber nicht der Fall.

„Durch den Westwind ist der Wasserstand in der Förde niedrig“, so Leese. Dadurch können die Bäche ihr Wasser besser loswerden, es gibt keinen Rückstau wie derzeit an der Westküste. Das Klärwerk habe derzeit rund 40 Prozent mehr Abwässer zu klären, weil das Regenwasser, das auf die Grundstücke von Gewerbebetrieben fällt, im Klärwerk gereinigt und deshalb mit dem Schmutzwasser abgeführt wird. Das Wasser, das auf Straßen und Parkplätze fällt, fließt dagegen ungeklärt in die Förde.

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