Modernisierung : Flensburg hat wieder ein Rum-Museum

Die seit 2011 geschlossene Rum-Ausstellung im Keller des Flensburger Schifffahrtsmuseums wird wieder neu eröffnet, Filmmacher Sönke Lassen hat dazu einen Film für die Multimedia-Show gedreht.
Die seit 2011 geschlossene Rum-Ausstellung im Keller des Flensburger Schifffahrtsmuseums wird wieder neu eröffnet, Filmmacher Sönke Lassen hat dazu einen Film für die Multimedia-Show gedreht.

Rum war lange Zeit ein Markenzeichen der Stadt Flensburg - und er machte sie reich. An dessen Bedeutung erinnert noch heute das Rum-Museum. Künftig werden Besucher in der modernisierten Ausstellung mitten ins historische Geschehen gesetzt.

shz.de von
25. Juni 2014, 14:29 Uhr

Flensburg | Mit moderner Multimedia-Technik und neuer Präsentation von Objekten zeigt sich das Rum-Museum in Flensburg bei seiner Neueröffnung am Sonntag. Künftig werden die Besucher filmisch auf die Bedeutung des Rums für die Stadt eingestimmt. „Wir betrachten die Rumgeschichte als Teil der Handelsgeschichte“, sagte Thomas Overdick, Leiter des Flensburger Schifffahrtsmuseums, am Mittwoch in Flensburg. Das Rum-Museum befindet sich im Keller des Schifffahrtsmuseums.

 

Unterstützt wurde das Projekt durch die Unternehmerfamilie Dethleffsen, die außerdem Exponate wie ein Kontor-Stehpult zur Verfügung stellte. „Wichtig ist uns das Bewusstsein für Tradition und Geschichte“, begründete Hermann Dethleffsen das Engagement für das Rum-Museum. Die Ausstellung halte Geschichte wissenschaftlich fest. Ein viertelstündiger Film auf Deutsch und Dänisch führt nun in die versunkene Welt von Kolonialwaren und gefahrvollen Handelsrouten.

Gedreht wurde im Freilichtmuseum Molfsee, in der Schifferkirche in Arnis und im Museumsdorf Den Gamle By in Aarhus in Dänemark. Sechs Drehtage wurden benötigt. Mehr Zeit nahm die vorangehende Recherche in Anspruch, berichtete Regisseur Sönke Lassen. Gezeigt werden die Szenen am historischen Ort: Im Keller befand sich früher das Zolllager, wo Fässer zwischengelagert wurden. Porträts von Flensburger Persönlichkeiten und Exponate wie eine Verkorkungsanlage aus den 1960er Jahren sind ausgestellt. Man wolle die Zuschauer „mitten reinsetzen in das Geschehen“, sagte Lassen.

Manches Objekt aus dem Film findet der Besucher auf einem anschließenden neuen Rundgang, der „Handelsroute“, im Schifffahrtsmuseum wieder, so etwa ein Gesangbuch von 1703 aus dem Besitz der Familie Dethleffsen. Ein Vorfahr hatte es an seine Angehörigen in der Flensburger Heimat geschickt, nachdem er von Piraten entführt worden war. Auch eine Münzwaage, mit der man die Echtheit von Münzen bestimmen konnte, überließ die Familie dem Museum als Leihgabe.

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