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Air-Show auf dem Flugplatz Schäferhaus : Flensburg geht in die Luft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Air-Show-Veranstaltung lockte trotz durchwachsenen Wetters 3000 Besucher zum Flugplatz Schäferhaus

Ihre Länge misst nur knapp vier Meter und die Spannweite lediglich 490 Zentimeter; auch das Leergewicht von nur 82 Kilogramm (!) kann beim Laien schon Fragen nach der Flugsicherheit des Gefährts aufwerfen. Doch sie fliegt ohne Probleme, die CriCri MC 15, und gilt aufgrund ihrer überschaubaren Maße als kleinstes zweimotoriges Flugzeug der Welt.

Pilot Hans Zeiler hat sie in 1500 Arbeitsstunden selbst gebaut und fliegt mit ihr bereits seit 1985. Die beiden Pul-Motoren mit je 212 Kubik und 15 PS beschleunigen das einsitzige Fluggerät auf 260 Kilometer Höchstgeschwindigkeit und bis in eine Höhe von viereinhalbtausend Meter. Und wie ist das Fluggefühl? „Sehr gut! Sie reagiert sensibel auf die kleinste Steuerbewegung, man hat einen fabelhaften Ausblick und kunstflugtauglich ist sie außerdem“, sagt der Hobbyflieger aus Emden.

Mit vielen Fliegerkollegen war er nach Schäferhaus geflogen, um die jüngste Air-Show-Veranstaltung des gastgebenden Luftsportvereins Flensburg am Sonntag mit zu gestalten. Organisator war bereits zum fünften Mal Thomas Liebelt, der den Verein jahrelang geleitet hat und jetzt dessen Ehrenvorsitzender ist. „Mit dieser Veranstaltung wollen wir die Bedeutung dieses Verkehrslandeplatzes unterstreichen, der Teil der Verkehrsplanung des Landes Schleswig-Holstein ist“, machte er sich für Schäferhaus stark, dessen offizielle Existenz in einigen Fraktionen der Ratsversammlung umstritten ist, da die Stadt ihn in bedeutendem Maße subventioniert. In diesem Zusammenhang verwies Liebelt auf die Nutzungsfrequenz. Laut Flugleiter Ralf Wanger lag der Zahl der Flugbewegungen 2016 bei etwa 15  000, davon ein Drittel gewerblicher Art.

Derlei kommunalpolitische Meinungsfeinheiten tangierten die (nach Veranstalterangaben) gut 3000 Besucher nicht, es herrschte eine auffallend interessierte Stimmung auf dem Boden bei emsigem Flugbetrieb in der Luft. Das siebenstündige Programm bot jede Menge Action: Dazu gehörten wagemutige Kunstflugvorführungen, anspruchsvolle Formationsflüge von vier Chipmunks der dänischen „Chip Chaps“ sowie eine „T 6 Warbird“-Demo, ein so genannter „Dog Fight“ zwischen zwei Maschinen und Oldtimer-Corsi. Eine Feuerlösch-Demo mit einem früheren DDR-Agrarflieger fand nicht statt, da der Pilot wegen Schietwetters am Heimatstandort nicht starten konnte. Bei heiter bis wolkigem Wetter hatten die Flugzeugfans in Flensburg relativ gute Bedingungen, mal ordentlich Flugbenzin zu atmen und die vielen Maschinen, darunter viele mit spannender Geschichte, aus nächster Nähe zu betrachten. Oder einen Rundflug mit einer der Vereinsmaschinen zu buchen oder gar einen Tandemsprung mit dem Fallschirm zu absolvieren.

Familie Kicksee war extra aus Jübek angereist, um die Flensburger Air Show 2017 zu erleben. Am gut frequentierten Verkaufsstand hatte sie wie viele andere Besucher auch einen Rundflug für Papa Jörn mit Viola (8) und Romeo (10) gebucht. Der zwölfjährige Colin durfte sogar einen Fallschirmsprung per Tandem machen, zum ersten Mal, was ihn sehr reizte. Frage nach möglicher Angst davor? „Ein bisschen schon, es kribbelt deutlich“, sagte er vor dem Sprung. Und die Eltern? „Soll er doch“, so Jörn Kicksee ganz cool – denn das kann einen früheren Tornado-Piloten naturgemäß nicht wirklich beeindrucken.




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erstellt am 03.Jul.2017 | 12:14 Uhr

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