Wirtschaft in der deutsch-dänischen Region : „Flensburg geborener Standort für Skandinavien-Zentrum“

Gemeinsamer Blick nach Skandinavien: (von links) Wireg-Chef Michael Otten, Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, Oberbürgermeisterin Simone Lange und Landrat Wolfgang Buschmann.
Gemeinsamer Blick nach Skandinavien: (von links) Wireg-Chef Michael Otten, Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, Oberbürgermeisterin Simone Lange und Landrat Wolfgang Buschmann.

Wirtschaftsförderung Wireg von Stadt und Kreis an der Lise-Meitner-Straße könnte ein möglicher Standort sein

shz.de von
30. Mai 2018, 18:26 Uhr

Der Kieler Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat Flensburg als „geborenen Standort“ für das diskutierte Kompetenzzentrum für skandinavische Ansiedlungen bezeichnet. Solch ein Kompetenzzentrum hätte als Kern eine Steuerspezialabteilung für Ansiedlungen vor allem aus Dänemark, aber auch den anderen skandinavischen Staaten. Es müsse nicht nur sprachlich, sondern auch mit Blick auf die skandinavischen Rechts- und Steuersysteme das Knowhow bündeln – Hand in Hand mit den dänischen Steuerbehörden „Wir werden Gespräche mit dem Finanzministerium und dem Europaministerium führen“, erklärte Buchholz dazu: „Wenn die Bayern so etwas können, schaffen wir das auch“, so der FDP-Minister.

Räumlich könnte die Wirtschaftsförderung Wireg von Stadt und Kreis an der Lise-Meitner-Straße dafür ein möglicher Standort sein – zumal der Dänemark-Experte der Wireg, Wolfgang Schmütz, zugleich im Vorstand des regen Vereins „Business Tyskland“ aktiv ist. Zudem ist Wireg-Chef Michael Otten ständiges Mitglied in der deutsch-dänischen Verkehrskommission. Gerade hat sich das Transport- und Logistikunternehmen Tricolore aus Pattburg mit 30 Arbeitsplätzen in Harrislee angesiedelt. „Flensburg hat viele Standortvorteile, gerade mit seinen Dienstleistern im Steuer- und Rechtsbereich, die spezialisiert sind auf dänische Unternehmen“, erklärte Otten.

In der Wirtschaftsförderung offenbarten sich auch unterschiedliche Sichtweisen zwischen dem Wirtschaftsminister und den Wirtschaftsförderern vor Ort. „Wir brauchen eine weitere betriebliche Einzelförderung, wenn Unternehmen hier angesichts der Verkehrseinschränkungen investieren“, erklärte Michael Otten. Schließlich müsse die Region bis zur geplanten Fertigstellung der Rader Hochbrücke 2029 noch zehn Jahre im Baustellenmodus verharren.

Das Ministerium sieht dies anders und verweist auf die hohen Fördersummen der Vergangenheit: Im Rahmen der einzelbetrieblichen Investitionsförderung seien aus dem Landesprogramm Wirtschaft (LPW) 47 Unternehmen von 2014 bis 2017 in der Region Flensburg / Schleswig gefördert worden. Dadurch seien Investitionen von rund 84,6 Millionen Euro ausgelöst worden. Insgesamt wurden an die 47 Projekte Zuschüsse in Höhe von rund 17 Millionen Euro bewilligt. Verbunden mit den Bewilligungen sei die Schaffung von 494 neuen sozialversicherungspflichtigen Dauerarbeitsplätzen sowie die Sicherung weiterer gut 1000 Stellen. Zudem seien in der einzelbetrieblichen Innovationsförderung zehn Forschungs- und Entwicklungsprojekte von 2014 bis 2017 im Kreis Schleswig-Flensburg ausgesprochen worden – mit insgesamt 2,6 Millionen Euro Zuschüssen.

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