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Flensburger Tageblatt

20. November 2017 | 09:05 Uhr

Bausubstanz : Flensburg-Duburg im Sanierungsstau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf Duburg gibt es noch viel zu tun - doch auch Beispiele von gelungener und vorbildlicher Erneuerung über 100 Jahre alter Häuser.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 08:04 Uhr

Flensburg | Kein Stadtteil in Flensburg hat so viel alte Bausubstanz wie Duburg. Stellt man sich die Schloßstraße komplett durchsaniert vor, wäre sie einer der schönsten Straßen der Stadt. Doch auch kaum ein anderer Stadtteil hat einen so großen Sanierungsbedarf wie das Quartier zwischen Toosbüystraße und Duburger Straße. Obwohl Duburg schon seit zehn Jahren Sanierungsgebiet ist, halten sich die Hausbesitzer an Burg- und Bergstraße, Ritter- und Schloßstraße auffällig zurück.

Ein Beispiel ist das Haus Schloßstraße 33, das in seinem jetzigen Zustand an Berlin-Mitte kurz vor der Wende erinnert. Graffiti auf dem Betonputz, abgebröckelte Fassadenteile, unpassende Fenster, eine Jugendstil-Haustür in beklagenswertem Zustand: „Das Haus hat einen Sanierungsstau von rund 50 Jahren“, schätzt Christian Schäfer, der sich in der Materie auskennt. Ein paar Häuser weiter hat er ein Haus von 1906 fast fertig saniert; für Petra Kuck, bei der Stadtsanierung für Duburg zuständig, ist dieses Haus ein Modell für vorbildliche Sanierung im Viertel.

Als Schäfer das Haus kaufte, hatte es acht Jahr leer gestanden und war vollständig „heruntergewohnt“. Sämtliche Leitungen im Haus habe er erneuert, die Fußböden entweder saniert oder neu verlegt, eine Balkonanlage an der Rückseite gebaut, die Fassade komplett „gesandstrahlt“ und erneuert und mit neuen Fenstern versehen – und das alles in Absprache mit der Stadtsanierung und dem Denkmalschutz. Im Eingangsbereich hat Schäfer, der eine Tischlerei hat, eine Holzvertäfelung mit Schnitzereien, die an Jugendstil erinnern, angebracht.

Im sanierten Zustand waren die Wohnungen sehr schnell weg. „Wir hatten 28 bis 60 Bewerber pro Wohnung“, sagt Schäfer. Die Stadtsanierer streben eine gute Durchmischung der Duburger Bewohnerschaft an und freuen sich, dass in dem sanierten Altbau eine Klientel – darunter allein vier Ärzte – eingezogen ist, die man bisher auf Duburg eher selten findet. Die Miete bleibt mit 700 Euro warm für eine 80-Quadratmeter-Wohnung im erschwinglichen Bereich.

Der Blick auf den 2014 aktualisierten Rahmenplan zeigt den Handlungsbedarf. Blau eingerahmte Grundstücke zeigen „starken Modernisierungsbedarf“ und finden sich fast überall im Viertel. Dazu gehört zum Beispiel das frühere Gewerkschaftshaus direkt neben Schäfers Immobilie. Problem: Besitzer ist eine Eigentümergemeinschaft und durchaus heterogener Interessenlage. Wer mit suchendem Blick und einer Kamera in der Hand durchs Viertel streift, wird sofort angesprochen und auf besonders krasse Beispiele des Verfalls hingewiesen. Dass es vergleichsweise schleppend voran geht, hat mehrere Gründe. So sieht der Besitzer eines Hauses, in dem die Mieten überwiegend vom Jobcenter bezahlt werden, keinen Grund für große Investitionen. Oder ein Haus steht leer, ist stark sanierungsbedürftig, aber der Besitzer hat überzogene Preisvorstellungen. Oder – und diese Einschätzung Schäfers bestätigt Petra Kuck – die Verhandlungen der Besitzer mit den Banken gestalten sich schwierig.

Ein Schwerpunkt der städtischen Aktivitäten liegt nicht zuletzt beim Thema Parken. Das neue Parkkonzept, so Petra Kuck, sei gut, „der Mangel wird gleichmäßig verteilt“. Man sei im Gespräch über den Bau einer Stellplatzanlage an der Königstraße, so die Stadtsaniererin.

 

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