Baustellen : Flensburg buddelt weiter

Die Lücke über dem Lautrupsbachtal wird  geschlossen. Foto: Staudt
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Die Lücke über dem Lautrupsbachtal wird geschlossen. Foto: Staudt

Die Zeit der Großbauten in Flensburg scheint - zunächst einmal - vorbei zu sein. Dennoch werden auch 2009 einige Millionen Euro vergraben. Eine kleine Auswahl zeigt, wo.

shz.de von
06. Januar 2009, 08:25 Uhr

Flensburg | Übernächste Woche kommt es weg, das Nadelöhr in der Rathausstraße. Dort wird zurzeit hinter einer unter Denkmalschutz stehenden Fassade ein neues Haus gebaut. Sport Jürgensen erweitert und baut um - und wegen der erforderlichen Abstützung musste die Rathausstraße halbseitig gesperrt werden. Eigentlich sollte alles schon Mitte Dezember über die Bühne gegangen sein, aber Inhaber Stefan Thurner musste in die Verlängerung. Der Abbruch des Althauses hinter der Fassade, die aufwendigen Gründungsarbeiten und die Abstützung kosteten mehr Zeit als geplant. "Wir sind zwei Wochen hinter dem Fahrplan her", sagt Thurner. "Aber ich bin zuversichtlich, dass wir wie geplant Ende Februar eröffnen können."

Ein anderes Nadelöhr ärgert zurzeit die Benutzer der Osttangente. Nahe der Abfahrt Sünderup wird eine Brücke im Zuge der geplanten Tarup-Umgehung gebaut. Noch vor der Sommerpause soll das 680 000 Euro teure Bauwerk fertig sein. Ebenso wie eine zweite Brücke, die Rad- und Gehwegverbindung von der Nordstraße nach Fruerlundmühle.

Verglichen mit den weiteren Investitionen des Jahres 2009 sind das freilich nur "peanuts": Gut 13 Millionen Euro werden zurzeit auf dem Campus verbaut. Offizieller Übergabetermin des neuen Hallenbades soll Anfang 2010 sein, aber der künftige Betreiber Bernhard Tober hofft, dass er den Flensburgern noch in diesem Jahr ein Bad einlaufen lassen kann. "Wir sind gut im Zeitplan", sagt Tober. "Sobald der Frost vorbei ist, gießen wir die Fundamente. Ich hoffe, ich kann das Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen."

Ähnlich teuer wird es an der Schiffbrücke, doch das Hotelprojekt von Kay Uwe Jensen auf dem Grundstück des alten Kayserhofes ist in den Sog der Finanzkrise geraten. Ein sicher geglaubter Investor ist abgesprungen, und die Banken agieren äußerst restriktiv bei der Kreditvergabe, hat Jensen festgestellt."Wir stehen in Verhandlungen mit zwei weiteren Investoren", sagt er. "Ich bleibe zuversichtlich. Binnen acht Wochen könnten wir den Bauantrag einreichen."

Das ist gegenüber schon geschehen. Auf dem Gelände des ehemaligen Kailagerschuppens entsteht als Projekt der ehemaligen Hotel-Investoren Höft und Theilen "Klarschiff". Bei Höft geht man sicher davon aus, dass in diesem Frühjahr noch der erste Spatenstich erfolgen wird - zuvor allerdings muss noch der dort in die Förde mündende Lautrupsbach frei- und umgelegt werden. Ab dann wird mit einem Jahr Bauzeit kalkuliert.

Bleibt als letztes eine Großbaustelle, die niemand mehr auf Rechnung hat - die Marineschule. Seit 1983 wird sie saniert. Kaiser Wilhelm hatte sie bei ihrer Einweihung 1910 sechs Millionen Reichsmark gekostet, 2010 - im Jubeljahr - hat der Steuerzahler rund 70 Millionen Euro für ihre Sanierung gezahlt. Der zuständige Infrastrukturoffizier Dirk Brüne geht davon aus, dass Flensburgs größtes und eindrucksvollstes Denkmal in diesem Jahr fertig wird.

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