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Flensburg bläst zum Kampf gegen Plastiktüten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2015 | 15:47 Uhr

„Die Nutzungsdauer einer Plastiktüte beträgt nur wenige Minuten, ihre Zerfallsdauer dagegen mehrere Jahrzehnte.“ Diese Erkenntnis ist so etwas wie der Ausgangspunkt einer Initiative, die alle politischen Fraktionen in der Ratsversammlung im vergangenen Sommer gestartet haben. Das große Ziel - „Flensburg ohne Plastiktüten“ - wird so schnell und wohl auch nicht vollständig zu erreichen sein. Aber zumindest soll der Verbrauch von Plastiktüten deutlich reduziert werden.
Dabei setzt die Stadt ausschließlich auf Information und Kreativität. Verbote sind nicht vorgesehen und wohl auch nicht möglich auf kommunaler Ebene. Allerdings ist EU-weit eine Abgabe von 22 Cent pro Tüte im Gespräch. In Teilen der USA ist man da schon weiter, wie Frank Rolfes, Leiter des Tütenprojekts in der Stadtverwaltung, erläuterte. „In San Francisco gibt es bereits ein Verbot, in anderen Städten Kaliforniens wird drüber diskutiert.“
In Flensburg geht es los mit einer Informationskampagne auf der Homepage der Stadt, von wo der Interessierte auf die Seite der Deutschen Umwelthilfe (DUH) weiter geleitet wird. Hier kann man sich ausführlich über das Thema informieren und erfahren, mit welchen Aktionen andere Städte auf die Problematik aufmerksam gemacht haben – Berlin zum Beispiel mit einer neun Kilometer langen Schlange aus Tüten.
Die zweite Säule ist eine Podiumsdiskussion, mit der die Stadt am kommenden Mittwoch, 25. Februar, um 17 Uhr in der Bürgerhalle über das Thema informieren möchte. Allein drei der sechs Experten auf dem Podium kommen aus dem Bereich Einzelhandel, der die 6,1 Milliarden Tüten jährlich in Umlauf bringt. Aus der Bundesgeschäftsstelle des NABU (Naturschutzbund) ist Nils Möllmann dabei, und das Kieler Umweltministerium schickt Kerstin Olschewski aus dem Referat für Stoff- und Abfallwirtschaft nach Flensburg. Die Veranstaltung in der Bürgerhalle des Rathauses steht jedem Interessierten offen.
Bleibt der Schulwettbewerb, den Joachim Kaulbars (Abteilung Stadtentwicklung und Umweltplanung) organisiert. „Wir wollen die Kreativität der jungen Menschen nutzen“, so Kaulbars. Schüler ab Klasse 8 dürfen und sollen sich Gedanken über die Frage machen, wie man das Thema Flensburg ohne Tüten zu den Menschen bringen kann. „Es geht um eine langfristige Umsetzung“, betont Kaulbars. Mitmachen können einzelne Schüler, Arbeitsgruppen oder ganze Klassen; letzter Termin für die Abgabe der Wettbewerbsbeiträge ist der 31. Mai 2015. Jede Schule, die mitmacht, bekommt neben einer Urkunde eine größere Menge origineller Stoffbeutel. Für die drei Erstplatzierten sind Geldpreise in Höhe von 500, 300 und 200 Euro vorgesehen.
Auch das Technische Betriebszentrum ist in das Projekt eingebunden. „Wir setzen auf Abfallvermeidung“, verkündet TBZ-Sprecher Ralf Leese. Darum soll die Position eines Abfallberaters, den es früher schon einmal gab,wieder eingeführt und neu besetzt werden. Konkretes Ziel sei ein Abfallvermeidungsprogramm.


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