Fahrradfreundliche Klimastadt : Flensburg baut Radwege-Netz aus

Flensburgs mutmaßlich schmalster Radweg: Mürwiker Straße zwischen Gerhart-Hauptmann - und Fichtestraße.
Flensburgs mutmaßlich schmalster Radweg: Mürwiker Straße zwischen Gerhart-Hauptmann - und Fichtestraße.

Für 2016 sind 13 Einzelmaßnahmen für zusammen über 600.000 Euro geplant. Der Schutzstreifen an der Husumer Straße wird abgelehnt.

shz.de von
14. Juli 2015, 08:00 Uhr

Flensburg | Die Klimastadt Flensburg macht Ernst in ihrem Bestreben, fahrradfreundlich zu werden. Vor kurzem wurde die Benutzungspflicht für viele Radwege aufgehoben; seitdem dürfen Radfahrer vielerorts auch die Straße benutzen. Derzeit wird am Radweg an der Nordstraße die Beleuchtung installiert; hier ist ein Teil des Radwegs – zum Unverständnis einiger Autofahrer – im letzten Jahr verbreitert worden, weitere Abschnitte sollen folgen.

Mittelfristig plant der Fachbereich Entwicklung und Innovation, ein weiteres Ärgernis aus Sicht vieler Radfahrer zu beseitigen: So soll der vorhandene Radweg zwischen Kelmstraße in Mürwik und Bismarckstraße in Jürgensby ausgebaut werden. Auf diesen 2200 Metern ist der Radweg an vielen Stellen zu schmal, in einem miserablen Zustand, mit zahlreichen Sprüngen versehen und streckenweise kaum abgegrenzt. Wie und was hier wann gebaut wird, steht allerdings noch nicht fest: Zunächst einmal wurden jetzt im Umwelt- und Planungsausschuss 30.000 Euro an Planungskosten genehmigt.

Abgelehnt von den Politikern wurde eine Maßnahme, die schon an anderer Stelle für eine kontroverse Diskussion gesorgt hatte: ein Schutzstreifen an der unteren Husumer Straße vom Neumarkt bergauf bis zur Papierfabrik. Die Idee ist, von der rechten Fahrbahn 1,50 Meter durch eine unterbrochene Linie für Radfahrer abzutrennen. Für die Autos blieben dann noch fünf Meter Breite: „Das ist nach den geltenden Richtlinien ausreichend“, sagte Fahrrad-Beauftragte Alexandra Schütte im Ausschuss. Begegnungsverkehr gibt es hier nicht, der Abschnitt ist Einbahnstraße. „Das Tempo der Autos wird abnehmen müssen“, so Schütte.

Doch vielen Menschen scheint der Schutzstreifen nicht sicher genug; das war schon bei der Diskussion dieser Maßnahme für die Fördestraße so. Eine Ablehnung kam von Martin Keil (CDU), Barbara Kaun (SPD) und Philipp Bohk (SSW). Frank Hamann (Die Linke) und Arndt Scherdin (Grüne) hingegen begrüßten den Vorschlag. Axel Kohrt (SPD) schlug sogar vor, die Straße künftig nur noch einspurig zu führen. Am Ende wurde dieser Punkt abgelehnt.

Ganz knapp war die Mehrheit für den Ausbau einer beliebten, bisher ebenfalls unzureichend ausgebauten Verbindung: vom Industriehafen (Jacob Cement) bis nach Sonwik. Hier soll der Radweg am Wasser hinter dem Klärwerk verbreitert werden, während auf der Buckelpiste am Wohnmobilstellplatz erst einer gebaut werden muss. Genehmigt wurden hier am Ende 20.000 Euro Planungskosten für 2016.

Deutliche Worten kamen vom Seniorenbeauftragten Ekkehard Krüger: „Die Autofahrerfraktion in der Ratsversammlung muss endlich begreifen, dass es noch weitere Verkehrsarten gibt.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen