Filmwettbewerb : Flensburg: Batman geistert durch die Innenstadt

„Wer braucht meine Hilfe?“: Björn Marquardsen (links) filmt „Batman“ (Ferri Entesari) auf seinem Streifzug durch die Fördestadt.
„Wer braucht meine Hilfe?“: Björn Marquardsen (links) filmt „Batman“ (Ferri Entesari) auf seinem Streifzug durch die Fördestadt.

Ein Flensburger Team drehte im Rahmen eines Kurzfilmwettbewerbs in 99 Stunden einen 99-sekündigen Film. Das Ziel ist, am Ende zu den 99 besten Filmen zu gehören. Ob das geklappt hat, entscheidet sich am 12. Februar.

shz.de von
27. Januar 2015, 12:00 Uhr

Flensburg | „Batman“ streift, begleitet von einem Filmteam, durch die Flensburger Innenstadt, auf der Suche nach Menschen, die seine Hilfe brauchen. Er sieht einen Mann in einem Rollstuhl, der vergeblich versucht, sich auf dem verschneiten Asphalt fortzubewegen. Sofort ist er zur Stelle und schiebt den hilflosen Gehbehinderten zu dessen Haustür. Dies ist jedoch keine Szene für einen neuen Hollywood-Streifen, der in der Fördestadt gedreht wird, sondern es ist ein Beitrag für den Kurzfilmwettbewerb 99-Fire-Films – produziert vom Flensburger Team um Schauspieler und Regisseur Ferri Entesari.

Der Filmwettbewerb findet seit 2009 jedes Jahr statt. Die erfahrenen und unerfahrenen Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen in 99 Stunden einen 99-sekündigen Kurzfilm zu einem vorgegebenen Thema produzieren. Dieses Mal lautete das Thema „Was ich schon immer tun wollte“. Das klingt im ersten Moment einfach, doch der Schein trügt. Schließlich ist das Thema sehr offen, und es gibt keine richtige Eingrenzung. Für Ferri Entesari war es jedoch keine große Hürde. Nachdem das Thema am Freitagmittag feststand, setzte sich der 42-Jährige mit seinem Team zusammen. Jeder stellte seine Ideen vor – und am Ende entschieden sich alle für die Geschichte eines kleinen Jungen, der davon träumt, als „Batman“ ein Retter zu sein. Während der erste Teil von dem Jungen als Erwachsener handelt, der als „Batman“ durch Flensburg läuft, zeigt der zweite Teil den Jungen in seinem wahren Leben. Dieser wird von seinem Vater geweckt – und stellt sich nun ihn als Helden vor.

Am Sonnabend ging es mit der Kameraausrüstung auf die Straße – erstes Ziel: der Wasserturm. Dort blickt „Batman“, von Ferri Entesari gespielt, auf die Stadt herunter, in der er später Menschen suchen wird, die seine Hilfe brauchen. Alte Menschen, zum Beispiel. „Um diese zu finden, haben wir uns gedacht, dass wir am besten vor Supermärkten filmen“, berichtet der gebürtige Perser. Doch der Plan ging nicht auf, denn keiner wollte sich von Entesari und den beiden FH-Studenten Maik Hansen und Björn Marquardsen filmen lassen. Am Ende half Entesaris Nachbarin dem Team aus der Patsche. Die Idee mit dem Mann im Rollstuhl sei dagegen spontan entstanden.

Während des Drehs machte das Wetter dem Kamerateam und dem Schauspieler zu schaffen. „Mit Schnee und Wind hatten wir keine angenehmen Bedingungen“, erzählt Entesari. Seit sechs Uhr morgens waren die drei am Sonnabend auf den Beinen. Nachdem das Filmmaterial im Kasten war, ging es ab Sonnabendabend weiter – schließlich musste der Film zusammengeschnitten und vertont werden. Gestern Mittag atmeten alle erleichtert auf, nachdem sie ihren Film mit dem Titel „Behind the mask“ hochgeladen hatten. „Unser Ziel ist es, unter die besten 99 Filme zu kommen“, sagt Entesari. Die Teams werden dann am 12. Februar zum Workshop „99-Talent-Campus“ sowie zur Preisverleihung während der Berlinale nach Berlin eingeladen. Preise werden für die Kategorien „Beste Kamera“, „Bester Film“, „Beste Idee“ und „International“ vergeben. Sollte es klappen, möchte Entesari auch die Gelegenheit nutzen, in Berlin Kontakte zu knüpfen.

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