Beschluss : Flensburg: 3000 neue Wohnungen bis 2016

Beispiel Dorotheenstraße: Der Schwerpunkt der Wohnungspolitik liegt  bei Geschosswohnungsbau und urbanem Wohnen. Foto: Staudt
Beispiel Dorotheenstraße: Der Schwerpunkt der Wohnungspolitik liegt bei Geschosswohnungsbau und urbanem Wohnen. Foto: Staudt

Eher urbanes Wohnen als Einfamilienhäuser: In Flensburg sind die Leitlinien für den Wohnungsbau bis 2016 beschlossen worden.

Avatar_shz von
19. April 2013, 10:09 Uhr

Flensburg | Das Thema Wohnungsbau entzweit im Rathaus nach wie vor die Gemüter. Darüber täuscht auch nicht der fast einstimmige Beschluss der neuen Grundsätze und Leitlinien für den Wohnungsbau in Flensburg im Planungsausschuss hinweg. Der Schwerpunkt der Wohnungsbaupolitik liegt mittlerweile klar beim Geschosswohnungsbau und beim sogenannten urbanen Wohnen. Neubaugebiete für Einfamilienhäuser machen nur noch etwa ein Drittel des Gesamtkontingents aus.

Alle drei Jahre nimmt die Stadt eine wohnungsbaupolitische Zäsur vor und aktualisiert ihre Leitlinien. Nach wie vor gehen alle davon aus, dass die Stadt wächst: "Die städtische Infrastruktur ist auf 100.000 Einwohner ausgelegt", heißt es im Beschlusspapier. Nachdem 2012 die Zahl von 90.000 Einwohnern überschritten wurde, wird jetzt die 95.000 angestrebt. In den zurückliegenden Jahren wurden jedoch beim Wohnungsbau die Bedarfszahlen nie erreicht, das heißt, es wurden und werden jedes Jahr weniger Wohnungen neu gebaut als eigentlich erforderlich wären.

"Ausreichend preiswerter Wohnraum erforderlich"

In den Leitlinien werden vier Bereiche räumlich unterschieden:
1. Urbanes Wohnen in Stadterneuerungsgebieten (z. B. Bahnhofsumfeld)
2. Wohnen außerhalb von Stadterneuerungsgebieten (überall im bebauten Bereich)
3. Einfamilienhausgebiete, z.B. Tarup Südost
4. Entwicklung eines regionalen Wohnungsmarktes zusammen mit den Umlandgemeinden

Der Mangel wird klar benannt. "Flensburg fehlen adäquate, zeitgemäß ausgestattete Wohnungen." Dezidiert wird in den Grundsätzen auf die soziale Ausgewogenheit hingewiesen: "Die Planung ist so auszurichten, dass für alle Nachfragegruppen ein adäquates, differenziertes Angebot bereitgestellt wird. Besonderer Aufmerksamkeit und Unterstützung bedürfen dabei einkommensschwache Personen bzw. Familien (z. B. Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung im Alter, Wohngeldbezieher, Studierende). "Für diese Nachfrager ist ausreichend preiswerter Wohnraum in angemessener Qualität erforderlich", heißt es.

Mietpreisübersicht statt qualifiziertem Mietspiegel

Doch das reicht vor allem Vertretern der Linken und der Akopol-Fraktion nicht, die gern eine genaue Quote für Sozialwohnungsbau hätten. Dem wurde entgegengehalten, dass man Investoren nur in begrenztem Maße zwingen könne, Sozialwohnungen zu bauen. Da hier die Mieten auf lange Zeit festliegen, zögerten diese.

Mit knapper Mehrheit beschloss der Planungsausschuss zudem, dass in Flensburg eine Mietpreisübersicht erstellt werden soll. Das war gleichzeitig eine Absage an den von der SPD beantragten qualifizierten Mietspiegel, der die Stadt 80.000 Euro gekostet hätte.

Die Grundsätze und Leitlinien müssen am 25. April von der Ratsversammlung beschlossen werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen