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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 16:26 Uhr

Grog-Törn : Flaute und Reifglätte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gefahr droht beim 33. Grog-Törn des Museumshafens vor allem an Land

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2013 | 07:05 Uhr

Die Bohlen des Bohlwerks sind am Morgen des zweiten Weihnachtstages tückisch glatt vom nächtlichen Frost. Nach Sturm und grauer Tristesse der letzten Tage ist es ein Bilderbuchmorgen: Windstille, hellblauer Himmel, spiegelglattes Wasser.

Aber eigentlich kein Wetter für einen Segeltörn. Es fehlt der Wind. Die Wimpel im Masttopp hängen schlapp herunter, die Rauchfahne aus dem Schlot der Stadtwerke neigt sich nur ganz leicht nach Westen.

Der Skipper der „Bodil“ spendiert ein paar Handvoll Kochsalz aus seiner Kombüse, damit keiner im Wasser landet statt an Bord. „Wir sind voll“, ruft er zwei Leuten rüber, die gern noch mitfahren wollen. An Bord der „Pirola“ wimmelt es von Menschen. Auf dem Bohlwerk flitzt Border Collie „Eyla“ hin und her und bellt von oben herab ein Schwanenpaar an, das aber selbstbewusst zurück zischt.

„In Memoriam Sir Edward Vernon“ steht auf der handschriftlichen Dienstanweisung, die Gerlinde Meta Johanne Todsen stilecht und liebevoll für die Crews gestaltet hat. Der britische Seefahrer (1684 bis 1757) gilt als Namenspatron des Mischgetränks aus heißem Wasser, Zucker und Rum, wurde er doch an Bord stets „Old Grog“ genannt.

Der Grog-Törn ist neben der großen Rum-Regatta und der kleinen Apfelfahrt die dritte regelmäßige Veranstaltung des Museumshafen – die Regatta der Unverfrorenen. Seit 1980 trotzen Schiffe, Crews und Skipper je nach Wetter Sturm und Flaute, Eisgang und Niedrigwasser, Dauerregen und Schneegestöber. Nur ein einziges Mal in 33 Jahren fiel er wetterbedingt aus.

Gestern wurden mangels Wind die Motoren angeworfen, die Zweiercrew der Smakkejolle „Arved“ musste rudern. Dafür war sie erster Sieger des Tages: Für den mit Abstand hässlichsten Wasserkessel gab es eine Flasche Rum mit dem Etikett „Grog-Törn 2013“. Der Skipper der „Fulvia“ musste einen Motorschaden beheben.

Die nautische Aufgabe war übersichtlich: einmal um die Ochseninseln. Weit schwerer war die Hautpaufgabe zu lösen: Dichten eines Liedtextes zu einer beliebigen Melodie mit den Textbestandteilen Rum, Zucker, Wasser, blau, Wohlfühleffekt sowie St. Croix, St. Thomas und St. John. Später galt es, das Textprodukt an Bord der „Gesine“ gesanglich vorzutragen.

Wettfahrtleiter Harald Harpke drohte außerdem mit einem Diavortrag „Der Grog-Törn in Bildern von 1980 bis 2013.“

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