Okseö-Festival : Filmfest im Exil: Von der Insel in die Luftschlossfabrik

Bringen Kultur auf die Halbinsel im Hafen: Stefan von der Luftschlossfabrik (l.) und Jonas Amelung (Okseø-Festival).
Bringen Kultur auf die Halbinsel im Hafen: Stefan von der Luftschlossfabrik (l.) und Jonas Amelung (Okseø-Festival).

Das Okseø-Festival läuft vom 16. bis 18. August im Flensburger Ausweichquartier.

shz.de von
15. Juli 2015, 14:30 Uhr

Flensburg | Es ist eine kleine Idylle in der Sommersonne. Einige Möbel stehen im Kreis um eine kalte Feuerstelle, dahinter stehen Hochbeete mit Salat und Gemüse. Ein Hund bellt pflichtbewusst und meldet die Besucher; die suchen den Schatten eines Pavillons aus Lehm, den chilenische Handwerker hier im letzten Jahr mit Flensburgern gebaut haben. Die Luftschlossfabrik ist an diesem Morgen ein Ort der Stille.

Mitte August wandelt er sich für drei Tage in einen Ort der bewegten Bilder. Das Okseø-Filmfestival geht von der Großen Ochseninsel, um deren Zukunft gerade gerungen wird, in die Luftschlossfabrik an der Harniskaispitze. Erst vor einer Woche hat der Hamburger Filmemacher Jonas Amelung, der das Festival seit drei Jahren veranstaltet, das Gelände zum ersten Mal besucht und war sofort angetan: „Das passt ideal für unser Filmfestival. Hier sind Räumlichkeiten, hier sind Menschen, mit denen man das unkompliziert regeln kann. Hier können Besucher auch zelten, wenn sie wollen.“

Es werde eine mobile Küche und Getränke geben, für das Rahmenprogramm sei Live-Musik geplant. Die gehört ohnehin zum regelmäßigen Programm der Luftschlossfabrik; im Schnitt gebe es zwei Konzerte pro Monat, schätzt Stefan vom Team des Projektes, das hier vor zwei Jahren damit angefangen hat, das leer stehende Gelände kreativ umzunutzen.

„2014 hatten wir rund 400 Besucher“, sagt Jonas Amelung, „Filmemacher auf dem Irak, Frankreich, England und Norwegen waren hier.“ In diesem Jahr werden Filme gezeigt, die in Cannes und auf weiteren Festivals in Europa liefen.

Durch den Umzug nach Deutschland sei die Interreg-Förderung für dieses Jahr weggefallen, bedauert der aus Flensburg stammende Amelung. Man hoffe auf finanzielle Unterstützung von der Kulturstiftung Schleswig-Holstein und vom Kulturbüro der Stadt, doch ohne Spenden werde es vermutlich nicht gehen. Als gemeinnütziger Verein könne man Spendenquittungen ausstellen. Kosten entstehen durch den Druck von Plakaten; zudem müssten zehn bis 15 Helfer verpflegt und untergebracht werden. Die Filmwerkstatt Kiel hilft mit professioneller Projektionstechnik.

Für Amelungs Ansprechpartner Stefan ist die Luftschlossfabrik prädestiniert für ein kleines Filmestival wie das jetzt geplante. „Es ergänzt das, was hier ist, wunderbar. Das ist ein sehr passender Input von Externen für uns.“ Derzeit leben zehn bis 15 Menschen vor Ort, die Fluktuation sei groß, das Projekt sei von ständigem Wandel geprägt. So soll in Kürze die Fahrrad-Werkstatt neu aufgebaut werden.

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