Filmdreh: Toestrup, die Zweite!

Die Hauptdarsteller vor der Kulisse der Toestruper Kirche: Das Team um Ulrike Kriener und Peter Heinrich Brix  bei den Dreharbeiten.
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Die Hauptdarsteller vor der Kulisse der Toestruper Kirche: Das Team um Ulrike Kriener und Peter Heinrich Brix bei den Dreharbeiten.

Nachdem der 2008 produzierte ZDF-Film "Butter bei die Fische" mit Peter Heinrich Brix ein voller Erfolg war, wurde nun eine weitere Episode gedreht

shz.de von
06. August 2011, 09:50 Uhr

oersberg | Die Kombination passt wie die Faust aufs Auge: ein in Angeln gedrehter Film mit einem aus Angeln stammenden Hauptdarsteller. Bereits zum zweiten Mal ist der an der Geltinger Bucht aufgewachsene Peter Heinrich Brix ("Großstadtrevier", "Büttenwarder") jetzt in die Rolle des Pastors Petersen geschlüpft - und zwar wieder vor der Kulisse rund um die Kirche des Oersberger Ortsteils Toestrup. Dort spielt nach dem 2008 produzierten und beim Fernsehpublikum überaus erfolgreichen ZDF-Film "Butter bei die Fische" nun auch dessen Fortsetzung, Titel: "Nägel mit Köppen".

Insgesamt zwölf Drehtage verbrachte das Filmteam rund um Brix und seine Kollegin Ulrike Kriener dafür in der Angeliter Provinz. "Das war wieder sehr spannend und ein kleines Wiedersehen. Denn neben ein paar neuen Gesichtern waren auch viele bekannte vom letzten Filmdreh dabei", erzählt Toestrups Pastorin Bettina Sender. Von Unstimmigkeiten, schlechter Laune oder gar Star-Allüren sei nichts zu spüren gewesen. Im Gegenteil. "Es war eine super Stimmung", sagt Sender.

Gute Laune und ein familiäres Miteinander am Set in Toestrup - davon berichtet auch Peter Heinrich Brix. Mehr noch: Als Lokalmatador sei es für ihn etwas ganz Besonderes, "wenn man in der Ecke dreht, in der man aufgewachsen ist - und dann auch noch in diesem wunderbaren Ensemble mit der schönen Kirche, dem Pastorat und dem Gasthof". Immer wieder sei er während des Drehs an Menschen geraten, "die irgendwelche Berührungspunkte zu meiner Familie haben. Viele Leute kennen einen auch einfach von früher, da kommt man zwangsläufig ins Gespräch", erzählt Brix. So habe er zum Beispiel in einem der Statisten einen ehemaligen Fußball-Schiedsrichter wiedergetroffen, den er noch aus seiner Zeit als Jugendspieler kannte. "Das passiert einem ja nicht an jedem Drehort. Genauso wenig, dass man auf einem Grabstein einen Namen sieht, der einem noch von früher etwas sagt", erzählt der Schauspieler.

Neben Toestrup wurde für den Film diesmal auch in Esgrus (ebenfalls rund um die Kirche), in Kappeln und auf Bauernhöfen in der gesamten Region gedreht. Und während Filmteam und Schauspielerkollegen nach den Dreharbeiten ins Hotel oder in eine Pension verschwunden sind, konnte Brix bequem den elterlichen Hof ansteuern. Dort hat er noch immer eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung, auch wenn sein Lebensmittelpunkt schon lange Hamburg ist. "Aber ich bin immer mal wieder zu Besuch bei meiner Familie und komme stets gerne hier hoch", sagt er.

Dass Angeln für Peter Heinrich Brix tatsächlich Heimat bedeutet, hat auch Carsten Kelber festgestellt. Er war im Auftrag der Filmproduktionsfirma "Network Movie" als sogenannter Producer mit in Toestrup. "Man hat ihm stets angemerkt, dass hier sein Zuhause ist. Auch wenn er es nicht ständig betont hat, war doch allen bewusst, dass ihm die Gegend hier oben viel bedeutet", sagt Kelber über Brix, den er als "Idealbesetzung" für den Hauptcharakter des Filmes bezeichnet.

In der Rolle als Pastor Hans-Uwe Petersen erfährt er diesmal, dass seine Kirchengemeinde Toestrup mit der Nachbargemeinde Norderup zusammengelegt werden soll. Für den Pastor keine einfache Situation, denn er würde zwar gerne die Verantwortung für beide Dörfer übernehmen. Doch der Posten ist an eine Bedingung geknüpft: Er soll endlich seine Lebensgefährtin Petra Koslowski (Ulrike Kriener) heiraten, mit der er bislang "in wilder Ehe" lebt - und die von Heirat nichts wissen will.

Eine Komödie zu drehen und gleichzeitig die Würde des kirchlichen Drehortes zu wahren - das war laut Pastorin Bettina Sender, wie bereits im ersten Film, eine Herausforderung. "Es ist klar, dass man bei einem lustigen Film auch mal etwas durchgehen lassen muss, was sonst vielleicht nicht geht. Aber den Rotstift musste ich nicht ansetzen", sagt Sender, die vom Filmteam stets auch als Ratgeberin genutzt wurde. "Sie hat uns viele Türen geöffnet und gleichzeitig eine Menge Tipps gegeben", erzählt Producer Kelber. Und Peter Heinrich Brix fügt an: "Frau Sender hat auf eine charmante Art und Weise alles auf Herz und Nieren geprüft. Zudem hat sie mir eine gute Fachberatung gegeben, etwa wenn es um Rituale wie eine Taufe oder den Beginn eines Gottesdienstes geht", erzählt er. Dass am Ende eine Komödie herausgekommen ist, die christliche Themen leicht und locker in den Fokus rücke, freue ihn ganz besonders.

Auch die Toestruper Kirchengemeinde sieht den Filmdreh vor Ort als einen echten Imagegewinn. Genau wie bei "Butter bei die Fische" soll es auch diesmal vor der Ausstrahlung des ZDF-"Fernsehfilmes der Woche" (ein Sendetermin steht noch nicht fest) eine sogenannte Preview in der Kirche geben. Dann sollen auch wieder alle Schauspieler mit von der Partie sein.

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