FFG: Zwischen Leopard und Elephant

<dick>Kooperation nicht nur auf dem Papier:</dick>Thomas Nonn, Schulleiter der Flensburger Comenius-Schule (links), und Michael Jahn von der FFG.  Foto: Euler
Kooperation nicht nur auf dem Papier:Thomas Nonn, Schulleiter der Flensburger Comenius-Schule (links), und Michael Jahn von der FFG. Foto: Euler

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16. Dezember 2009, 04:59 Uhr

Flensburg | Wer bei Waran, Marder, Leopard, Elephant oder Fuchs an die Inventarliste des örtlichen Tierparks denkt, liegt falsch: Hinter den Tiernamen verbergen sich militärische Kettenfahrzeuge, bereifte Spähwagen aber auch moderne Umwelttechnik. Sie alle sind Teil der Produktpalette der Flensburger Fahrzeugbau-Gesellschaft (FFG). Das Rüstungsunternehmen an der Werftstraße öffnet seine Werkstore nun für interessierte Schüler.

Das Kooperationsprojekt "Schule-Betrieb" macht es möglich. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Handwerkskammer (HWK) haben mit dem Traditionsunternehmen einen weiteren Partner an vier Schulen aus Flensburg und dem Umland vermittelt. Ziel ist es, die Jugendlichen praxisnah auf den Einstieg ins Berufsleben vorzubereiten. Hierzu will die im Jahr 1872 gegründete FFG den Schülern ein bisher einmaliges Betätigungsfeld bieten. In Zukunft soll neben Praktika, Fachvorträgen und Besuchen des Werkgeländes auch die Übernahme von betrieblichen Aufgaben an die Schulen vermittelt werden. "Konkret kann das die Fertigung von kleineren Gegenständen sein, oder aber die Bearbeitung einer unserer Rechnungen", sagte Michael Jahn, Personalleiter der FFG.

Das Unternehmen ist trotz Wirtschaftskrise gut aufgestellt. So habe es für die 401 Mitarbeiter bisher keine Kurzarbeit gegeben, erklärte Jahn. Diese Tatsache sei dem großen Arbeitsspektrum des Unternehmens geschuldet. Neben dem Bau von Umwelttechnik modernisiert das Unternehmen gebrauchte Militärfahrzeuge. Die FFG unterhält Handelsbeziehungen zu rund 20 Ländern - darunter Chile, Brasilien, Australien und die USA.

Sichtlich interessiert schritten die Lehrer durch die Fertigungshallen des verwinkelten Betriebsgeländes an der Werftstraße. "Das hier mehrere Generationen unter einem Dach arbeiten, spricht für eine hohe Arbeitszufriedenheit", sagte Marion Schlüter von der Kurt-Tucholsky-Schule. Auch wenn die Tätigkeiten Mädchen wohl weniger ansprächen. Günther Hamann, Lehrer an der Struensee-Gemeinschaftsschule in Satrup, brachte gegen Ende des Rundgangs die Meinung der Lehrer auf den Punkt: "Natürlich ist das Angebot super, allerdings muss man mit den Schülern auch darüber reden, was hier eigentlich verkauft wird - Schule hat ja einen gesellschaftlichen Auftrag."

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