Feuerwehr und THW im Dauereinsatz

Der Boden nimmt kein Wasser mehr auf, zahlreiche Straßen sind überflutet. Foto: Sörensen
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Der Boden nimmt kein Wasser mehr auf, zahlreiche Straßen sind überflutet. Foto: Sörensen

Anhaltende Regenfälle halten die Rettungskräfte nicht nur in Gelting in Atem / Einsätze im ganzen Kreis / Benefizkonzert am 24. September

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09. September 2011, 07:21 Uhr

Schleswig-Flensburg | Erst sank der Wasserpegel, über Nacht dann kam erneut Regen - mit der Folge, dass sich die Situation im überschwemmten Gelting gestern Morgen wieder verschärfte. Schlechte Nachrichten für die freiwilligen und professionellen Helfer von Feuerwehren, THW und DRK, die seit Sonntag aufopferungsvoll gegen die Wassermassen ankämpfen. Es wurden inzwischen weitere Hochleistungspumpen ins Krisengebiet geschafft, so dass der Wasserstand im Laufe des gestrigen Tages erneut reduziert werden konnte. Allerdings konnte dies nur unter verschärften Bedingungen erfolgen: Denn erschwerend kommt der steigende Wasserstand der Ostsee hinzu. Die bislang zur Entwässerung des Ortes genutzten Schleusen mussten geschlossen werden, um das Hinterland vor dem Ostseewasser zu schützen. Um im Ortskern von Gelting dennoch handlungsfähig zu bleiben, wurde vom Einsatzstab entschieden, das Wasser mit erhöhtem Druck in ein angrenzendes Noor zu pumpen. Nach vorsichtigen Schätzungen aus der Regionalleitstelle in Harrislee wird derzeit davon ausgegangen, dass die Hochwasser-Arbeiten sich noch bis Sonntag hinziehen werden.

Unterdessen häufen sich Einsatzmeldungen auch aus anderen Orten im Kreisgebiet. Zahlreiche Bäche und Auen sind inzwischen nicht mehr in der Lage, Wasser abzuführen, angrenzende Wiesen, Gärten und Straßen wurden überflutet. Mehrere Kreis- und Landesstraßen waren gestern teilweise bis zu 60 Zentimeter hoch überflutet, der Autoverkehr konnte diese Gefahrstellen nur im Schritttempo passieren.

Aus insgesamt zehn Ortschaften im Zuständigkeitsgebiet wurden gestern Nacht laut der Einsatzleitstelle Wassereinbrüche in Kellerräumen und überflutete Grundstücke mit einer Gefährdung der Wohnhäuser gemeldet. In Grundhof sammelte sich auf einem Acker so viel Wasser, dass in der Nacht der Wall eines benachbarten Grundstücks nicht standhalten konnte und sich ein Schlammstrom durch das Erdgeschoss des Einfamilienhauses ergoss. Auch in Quern, Hürup, Sterup, und Steinbergkirche waren Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren seit zwei Uhr morgens im Dauereinsatz, um mit Pumpen und langen Schlauchverbindungen Regenwasser abzupumpen. Dabei mussten immer längere Leitungswege hergestellt werden, um die Wassermassen in andere Bereich zu pumpen.

Nachdem bereits in den vergangenen Tagen der Campingplatz Gammeldamm bei Pommerby Land unter melden musste (wir berichteten), ereilte zahlreiche Camper auf einem Platz bei Maasholm jetzt ein ähnliches Schicksal. Die Anlage wurde von den Wassermassen teilweise geflutet.

.Gemeinde und HGV haben bereits zum Spenden aufgerufen (Konto Amtsverwaltung Geltinger Bucht, Nr. 23 000 016, Nospa, BLZ 217 500 00). Jetzt hat auch der Musiker Richard Wester ein Benefizkonzert für die Geltinger Betroffenen organisiert. Mit dabei sind die Band "Godewind", die "Norddeutsche Balladenband", die "Schrägen Vögel" und weitere Musiker. Das Konzert findet statt am 24. September ab 20 Uhr in der Geltinger Birkhalle (Karten für das zunächst im Gasthof geplante Konzert behalten ihre Gültigkeit).

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