Diebesgut überraschend aufgetaucht : Feuerwehr fischt Schmuck aus dem Hafen

Abtransport der „Beute“: Der Feuerwehr-Einsatz ist beendet – jetzt beginnt die Arbeit der Kriminalpolizei.
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Abtransport der „Beute“: Der Feuerwehr-Einsatz ist beendet – jetzt beginnt die Arbeit der Kriminalpolizei.

Drei Geldkassetten und eine Bankkarte am Ballastkai an die Oberfläche befördert / Polizei geht von einer vorausgegangenen Straftat aus

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19. Oktober 2017, 06:36 Uhr

Es ist kein ungewöhnlicher Vorgang, wenn Taucher der Feuerwehr oder Wasserschutzpolizei alte Fahrräder, Einkaufswagen, Flaschen oder rostige Fässer aus dem Hafenbecken fischen. Wenn sich aber – was seltener vorkommt – hochwertiges Diebesgut im schlammigen Grund findet, guckt die Kriminalpolizei genauer hin.

So auch am Dienstag, als ein Mann der Flensburger Berufsfeuerwehr im Überlebensanzug ins Wasser stieg und drei Geldkassetten an die Oberfläche beförderte. Eine im Wasser dümpelnde Bankkarte in Höhe der Raiffeisen-Silos konnte darüber hinaus sichergestellt werden. Dadurch erhoffen sich die Ermittler nähere Aufschlüsse über den Besitzer, den Hintergrund einer möglichen Straftat sowie Tatverdächtige.

Ein 16-Jähriger, der mit seinem Freund am Dienstagnachmittag am Ballastkai entlang ging, alarmierte gegen 15.  30 Uhr die Polizei, wie gestern deren Sprecher Christian Kartheus bestätigte. Die beiden Jugendlichen wollten im Wasser des Hafens in Höhe der Raiffeisen-Silos eine Bankkarte gesichtet haben, zudem hätten sie den Schimmer zweier Tresore und einer Geldkassette am Hafengrund wahrgenommen.

Zunächst konnte man aus technischen Gründen keinen Tauchgang vornehmen. Doch schließlich trafen sich Kräfte der Polizei und Feuerwehr um 18.15 Uhr, um nach den angegebenen Fundstücken zu suchen. So konnten die letzten Spaziergänger am Hafen erleben, wie die mit sechs Mann angerückte Berufsfeuerwehr schnell fündig wurde. Zwar entdeckte sie keinen Tresor, dafür aber konnten drei Geldkassetten verschiedener Größenordnung in den Farben Weiß, Grau und Rot geborgen werden – alle aufgebrochen beziehungsweise mit noch steckendem Schlüssel.

Lediglich die Scheckkarte war wegen des zwischenzeitlich trüb gewordenen Wassers nicht auffindbar. Doch Geduld zahlt sich aus: „Es wurde letztlich auch die Bankkarte gefunden“, sagt Kartheus. Die Fundstelle liegt direkt neben dem ausgebrannten Passagierschiff „Jürgensby“. Einen Zusammenhang damit wollte der Polizeisprecher jedoch nicht herstellen. Die Asservate werden derzeit auf Spuren untersucht. Zu den Ergebnissen hält sich die Kripo bedeckt, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Doch offenbar befanden sich in den Kassetten wertvolle Schmuckstücke, die bei einem Einbruch in jüngster Zeit im Stadtgebiet erbeutet worden waren.

„Wir sind mit Löschfahrzeug und Wasserrettungswagen angerückt“, sagte ein Sprecher der Flensburger Wehr. Es habe sich lediglich um einen Routine-Einsatz im Rahmen der Amtshilfe gehandelt. „Nichts Spektakuläres.“ Dennoch soll der Tauchgang entlang der Fundstelle fortgesetzt werden. Bei der Frage, warum der wertvolle Schmuck im Hafen „entsorgt“ wurde, tappt die Kripo noch völlig im Dunkeln.




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