Feuchtes Gemäuer reißt Riesenloch in Kirchenetat

Vor der Toestruper St.-Johannes-Kirche: In Bettina Senders Sparschweinen ist noch viel Platz.
Vor der Toestruper St.-Johannes-Kirche: In Bettina Senders Sparschweinen ist noch viel Platz.

Veranschlagt für die Renovierung der Tostruper Kirchen waren 85 000 Euro. Dann stellte sich heraus, dass das Mauerwerk feucht ist. Der Finanzbedarf verdoppelte sich. "Wir sind blank", sagt Pastorin Bettina Sender und hofft nun auf zahlreiche Spender, die helfen, das Loch zu stopfen.

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17. Dezember 2008, 08:00 Uhr

Oersberg | Sehr viel aufwändiger und damit doppelt so teuer wie geplant gestaltet sich in der Kirchengemeinde Toestrup die Renovierung der St.-Johannes-Kirche. Für den Neuanstrich des 1198 geweihten Gotteshauses und die Dachsanierung waren 85 000 Euro einkalkuliert. Doch dann ergab sich Unerwartetes, und die Kosten schnellten auf 190 000 Euro hoch. Zwar übernimmt der Kirchenkreis Angeln 50 Prozent der Kosten, doch zehren die verbleibenden 95 000 Euro nicht nur die Baurücklage, sondern auch alle anderen für andere Zwecke gebildeten Rücklagen auf.

"Wir sind blank, uns fehlen 50 000 Euro", stellt Pastorin Bettina Sender fest. Sie hofft, dass die 850 Gemeindemitglieder "uns auch in dieser finanziell prekären Situation helfen, so wie sie bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren, und dazu beitragen, Kirche lebendig zu gestalten".

Alles begann damit, dass ein Balken im Dachfirst so morsch geworden war, dass Feuchtigkeit in den Giebel lief und der Putz von den Wänden fiel. Der Balken wurde durch einen neuen ersetzt, doch im Gemäuer hatte sich bereits Feuchtigkeit ausgebreitet. Hinzu kam, dass sich Algen auf den Mauern festgesetzt hatten. Die Algen mit einer Rundum-Behandlung zu entfernen und das Äußere der Kirche neu zu streichen, war eine Sache. Eine andere Sache war, dass bei Begutachtung des Dachstuhls festgestellt wurde, dass dieser zwar noch in Ordnung war, die für die Eindeckung benutzten Holzschindeln "es aber nicht mehr lange machen werden". Es galt also zu handeln.

Anfang November lief die Neueindeckung der Nordseite des Daches mit Schiefer an. Dabei stellte sich heraus, dass der Zahn der Zeit kräftig an der Schiefer-Eindeckung des Südseiten-und des Chorraum-Daches genagt hatte. Nach Rücksprache mit den Denkmalschützern der Nordelbischen Kirche und dem Rat, "Machen Sies jetzt, solange das Baugerüst steht", entschied sich der Kirchenvorstand dafür - wohl wissend, dass die Kosten auf 190 000 Euro hochschnellen werden.

Bettina Sender hat eine Rechnung aufgemacht: "Würde jedes der 850 Gemeindemitglieder 60 Euro spenden, hätten wir die fehlenden 50 000 Euro für die Renovierung zusammen." Ziel des Kirchenvorstandes sei, das Geld binnen Zwei-Jahres-Frist zusammenzutragen. Zu diesem Zweck hat die Nospa 200 Sparschweine zur Verfügung gestellt. Bis zum ersten Advent 2009 sollen sie in den Häusern der Kirchengemeinde stehen und "gefüttert" werden. Wer noch keines hat, kann sich im Pastorat eines abholen. In einem Jahr wird dann Kassensturz gemacht. Ein Spenden-Barometer in der Kirche soll anzeigen, "wie weit wir sind". Darüber hinaus wird es weitere Aktionen, zu denen auch Benefiz-Konzerte gehören, zugunsten der Kirchen-Renovierung geben. Das Motto wird "Gemeinde baut Kirche" lauten. Natürlich gibt es ab sofort auch ein Spendenkonto beim Rentamt in Kappeln: Konto 80001703 bei der Nospa (Bankleit-zahl 2175000) - Stichwort: "Kirche" Toestrup 28.33.10.02.200.

Seelsorgerin Sender hofft, dass die Renovierungsarbeiten bis Freitag abgeschlossen werden können. Dann könnten sich noch vor Weihnachten alle über das schöne Äußere der Kirche freuen.

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