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Flensburger Tageblatt

23. August 2017 | 22:08 Uhr

Fernwärme wird 3,3 Prozent teurer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Energiekosten: Flensburger Stadtwerke halten Strom- und Wasserpreis immerhin stabil

Zunächst die gute Nachricht: Zum zweiten Mal in Folge halten die Flensburger Stadtwerke den Strompreis 2015 immerhin stabil. Auch der Wasserpreis im Kernversorgungsgebiet (Flensburg, Glücksburg, Harrislee) soll unverändert bleiben. Dafür müssen sich die Menschen in und um Flensburg ab Januar wärmer anziehen, wenn sie ihre Heizkosten konstant halten wollen. Im neuen Jahr wird die Fernwärme aus dem Kraftwerk am Strandweg nämlich teurer.

Stadtwerke-Chef Maik Render und sein Vertriebsleiter Heinz-Gerhard Gülck kündigten gestern eine Erhöhung der Fernwärmepreise um durchschnittlich 3,3 Prozent an – genauer: 3,9 Prozent beim Arbeitspreis und 1,9 Prozent beim Grundpreis. Für den einzelnen Haushalt führe dies zu Mehrkosten von 1,62 Euro pro Monat für eine kleinere Wohnung und gut sechs Euro pro Monat für ein größeres Einfamilienhaus.

Die Preiserhöhung begründeten Render und Gülck gestern so: Aufgrund sinkender Preise an der Strombörse erhielten die Stadtwerke geringere Erlöse für ihren Strom, mit denen sie die Kosten der Fernwärme kompensieren können. Ebenfalls preistreibend seien die gestiegenen Kosten für die CO2-Zertifikate. „Zum einen sind die Preise pro Zertifikat gestiegen, zum anderen erhalten die Stadtwerke auf Basis der gesetzlichen Regelung weniger Zertifikate kostenlos zugeteilt als früher und müssen mehr Zertifikate zukaufen.“ Drittes Argument, warum die Haushalte in Flensburg, Harrislee und Glücksburg für Wärme tiefer in die Tasche greifen sollen: Die aktuelle Stadtwerke-Investition von 128 Millionen Euro in eine neue Gas- und Dampfturbinenanlage (Kessel 12-Projekt), die im kommenden Jahr ans Netz gehen soll, müsse auch durch die Einnahmen finanziert werden.

Außerdem setzt den Stadtwerken das viel zu warme Klima zu: „Allein im Oktober haben wir acht Gigawattstunden Wärme weniger verkauft“, sagt Render. Das sei zwar nur ein Prozent, ziehe sich aber durch ein viel zu warmes Jahr.

Die noch vor wenigen Wochen erhoffte Strompreissenkung indes haben die Stadtwerke wieder kassiert. Vertriebschef Gülck machte dafür vor allem die um 0,7 Cent gestiegenen Netzentgelte verantwortlich, die die um 0,5 Cent gesunkenen Strombezugskosten mehr als aufgefressen haben. Ohnehin mache der eigentliche Strompreis nur noch gut 20 Prozent der Rechnung aus, erklärte Stadtwerke-Chef Render: Die Hälfte bestehe aus Abgaben, Steuern und Umlagen, weitere 25 bis 30 Prozent seien reguliert über Benutzungsentgelte.

Indessen ist die Stromsparte der Stadtwerke im überregionalen Wettbewerb weiter gewachsen: 56 000 Kunden im Kerngebiet stehen mittlerweile 140 000 Beziehern (plus 7000) überregional gegenüber.

Übrigens erwarten die Stadtwerke keine Klagen mehr von den Anwohnern der anfangs stark bekämpften neuen Gasleitung durch den Klueser Weg nach Ellund. Unbemerkt von der öffentlichen Diskussion sei die Leitung Mitte Oktober ans Netz gegangen.

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erstellt am 12.Nov.2014 | 08:00 Uhr

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