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Ampelschaltungen in Flensburg : FDP will Autoverkehr beschleunigen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Liberalen bleiben mit ihrer Initiative für geänderte Ampelschaltungen und mehr Kreisverkehre weitgehend auf sich gestellt.

Flensburg | Gibt es ein nennenswertes Verkehrsproblem in Flensburg, gibt es ständig Staus, Verstopfungen, lange Wartezeiten an Ampeln? Muss die Stadt hier etwas tun? Die FDP-Ratsfraktion meint ja, SSW-Ratsherr Glenn Dierking ebenfalls. Beide wollen über das gesamte Stadtgebiet Ampelschaltungen optimiert oder zumindest überprüft wissen, Dierking möchte zudem größere Ampelkreuzungen durch Kreisverkehre ersetzen. Eine Mehrheit im Planungsausschuss gab es indes nur für den Kompromissvorschlag, die Kosten für neue Ampelsteuerungen zu ermitteln.

In Stoßzeiten gebe es auf bestimmten Straßen in Flensburg „Rückstaus, Verkehrschaos und Gefahrensituationen“, heißt es im Antrag der FDP (SUPA-78/2015). Wo genau, bleibt offen. Auf der anderen Seite stehe man als Autofahrer an leeren Kreuzungen bei Rot „mehrere Minuten“.“ Wo? Fehlanzeige. Deutlich wird, dass die FDP den Autoverkehr beschleunigen will. Die anderen Verkehrsteilnehmer – Bus, Fahrrad, Fußgänger – kommen hier nicht vor.

Entsprechend sparsam war die Resonanz im Ausschuss, lediglich Glenn Dierking (SSW) war begeistert. Auf dem Weg nach Weiche müsse er sechs bis acht Mal bei Rot halten, „eine unmögliche Situation“. Die Osttangente habe er noch nie ohne Ampelstopps durchfahren können. Es gebe „riesige Staus“ in Flensburg; wenn man Ampeln durch Kreisverkehre ersetzen würde, seien die weg. Sonst sprang niemand auf den FDP-Zug zur Pkw-Beschleunigung auf. Man versuche, mehr Bürger vom Auto auf den Bus oder das Fahrrad zu bringen, erinnerte Chefplaner Peter Schroeders. Staus räumte er ein, sie seien zum Teil sogar vorgesehen – an so genannten Pförtnerampeln, die so geschaltet seien, dass in den zentralen Bereichen der Stadt der Verkehr besser fließt. „Der Verkehr in Flensburg funktioniert vergleichsweise gut“, sagte er. „Wir haben eigentlich kein Verkehrsproblem.“ Das Thema Kreisverkehr werde regelmäßig erneuert, man habe es jedoch gerade am Neumarkt bereits durchgerechnet.

Für die SPD sei es keine Lösung, einfach nur über eine Beschleunigung des Autoverkehrs nachzudenken, sagte Axel Kohrt. Stefan Thomsen (Grüne) ging gar nicht auf die FDP-Vorschläge ein, sondern beklagte, dass Flensburg eigentlich eine Fahrradstadt werden wollte, auf dem Weg dahin aber noch nicht wirklich voran gekommen sei. Arne Rüstemeier (CDU) vollzog nach, dass Autos möglichst wenig mit laufendem Motor stehen sollten.

Am Ende ließ Christian Koch (FDP) sich überreden, den Antrag zurück zu ziehen. Die Verwaltung prüft, ob jemand in ihren Reihen kompetent zu dem Thema Auskunft geben kann, auch über die Kosten. Problem: Der langjährige Verkehrsplaner ist im Ruhestand, Ersatz noch nicht gefunden.

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erstellt am 18.Sep.2015 | 16:00 Uhr

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