Integration in Flensburg : Fast jeder vierte Flensburger hat ausländische Wurzeln

Gute Laune für die Integration: (von links) Serhan Bilgic, Stefan Wiegand, Barbara Winkler, Peter Rohrhuber
Gute Laune für die Integration: (von links) Serhan Bilgic, Stefan Wiegand, Barbara Winkler, Peter Rohrhuber

In der Stadt leben mehr als 20.000 Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund

von
22. März 2017, 06:20 Uhr

Integration ist in Flensburg kein Minderheitenthema mehr. In der Stadt leben mehr als 20.000 Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund. Das sind Ausländer, die in Flensburg aus mehr als 130 Nationen kommen sowie Kinder von Gastarbeitern, Einwanderern, Aussiedlern und Flüchtlingen. Das zweite Integrationskonzept „Zusammenleben in Flensburg“, das der Rat 2016 verabschiedet hat, ist auf sechs Jahre angelegt. Es enthält 40 Maßnahmen, davon 22 neue und 18 bewährte aus dem ersten Konzept (2010 – 2015). Peter Rohrhuber von der Koordinierungsstelle für Integration der Stadt berichtete gestern, dass bereits 16 der 22 neuen Maßnahmen in Bearbeitung seien. Dazu zählt der Kontakt zu internationalen Studenten auf dem Campus wie das Angebot an Einwanderer und Flüchtlinge in den Vierteln, an den Stadtteilforen teilzunehmen.

Serhan Bigic von der Awo und Barbara Winkler als Vorsitzende des Runden Tisches für Integration berichteten, dass der Runde Tisch seit 2010 Teilhabe ermögliche und Menschen mit ausländischen Wurzeln eine Stimme gebe. Die 40 bis 50 Teilnehmer an den Sitzungen seien je zur Hälfte Einzelpersonen und von Institutionen entsandt – sowie je zur Hälfte Flensburger und Einwanderer oder Ausländer. Winkler berichtete, dass es bereits seit 2010 Lernhilfegruppen gebe, zweisprachige Lesungen, Ländervorstellungen und einen Multikulti-Stammtisch. Mit seinem Runden Tisch sei Flensburg Vorbild für andere Städte gewesen. Und zum erstmals im Deutschen Haus veranstalteten Fest der Kulturen seien 1800 Gäste gekommen.

Peter Rohrhuber sieht auch beim Arbeitgeber Stadt Integrationsfortschritte: Bei den 511 Einstellungen seit dem Jahr 2010 seien immerhin 35 Kollegen mit Migrationsgeschichte eingestellt worden – ein Anteil von 6,8 Prozent. Und neun von 86 Azubis seien sogar ein Anteil von gut 10 Prozent. Dass zehn Prozent aller Eingaben beim Ideen- und Beschwerdemanagement von Migranten kommen, hält man im Rathaus ebenfalls für ein gutes Integrationssignal. Immerhin hat fast jeder Vierte in Flensburg ausländische Wurzeln.

Bei aller sprachlichen Vielfalt liege ein Schwerpunkt auf der Sprachförderung: 33 Integrationskurse und sechs Starter-Kurse für nicht anerkannte Flüchtlinge hätten 2016 stattgefunden. Barbara Winkler warb für Nachsicht: „Ich bin seit 46 Jahren in Deutschland und mache immer noch Fehler.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen