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Flensburger Tageblatt

25. September 2017 | 08:28 Uhr

Fast jeder dritte Stadtbus ein Hybrid

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verkehrsbetriebe in Flensburg und dem Umland sehen sich als Region mit alternativen Antrieben bundesweit vorn

shz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 06:23 Uhr

Seit Juni fährt fast jeder dritte Flensburger Stadtbus mit Elektromobilität. Nach Angaben von Aktiv-Bus-Chef Paul Hemkentokrax hat sein Busunternehmen gerade mit einer Förderung von 300  000 Euro aus dem Bundesumweltministeriums drei neue Hybridbusse in Betrieb genommen. Damit fahren nun neun von 29 Fahrzeugen der Aktiv-Bus-Flotte mit dieser Technik.

„In Deutschland ist mir kein anderes Stadtverkehrsunternehmen bekannt, das schon über eine so hohe Quote an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben verfügt“, erklärt er und meint mit Blick in die Zukunft: „Die Hybridbusse sind ein wichtiger und unumgänglicher Schritt auf unserem Weg zur Elektromobilität.“

Zukunftsorientiert präsentieren sich auch die Busunternehmen im Flensburger Umland bei der Vorstellung neuer, alternativ betriebener Busse. Neben Aktiv-Bus verfügen nun auch die regionalen Verkehrsunternehmen Förde-Bus, Gorzelniaski und Hansen-Borg über eigene Hybridbusse. Damit fahren nun 15 der neuartig betriebenen Fahrzeuge in Stadt und Umland.

Auch der Omnibusbetrieb Gorzelniaski hat seit diesem Jahr einen zweiten Hybridbus in seiner Fahrzeugflotte. Zusammen mit Förde-Bus sollen diese auf der gemeinschaftlichen Route 1550/21 zwischen Tarp und Glücksburg über Flensburg eingesetzt werden. Der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Schleswig-Flensburg, Jan-Hendrik Möser, bezeichnet den Einsatz der Busse im Regionalverkehr als deutschlandweit einmalig. Genau wie Aktiv-Bus in Flensburg wollen auch die regionalen Busbetriebe in Zukunft verstärkt auf alternative Antriebsformen setzen und hoffen, die Linie 1550/21 bald komplett mit elektrisch betriebenen Bussen anbieten zu können. „Begeisterung führt dazu, sich zu verändern“, sagt Sven Gorzelniaski mit Blick auf die Erfahrungen mit der E-Mobilität, die in Flensburg bereits gemacht wurden.

Auch die Firma Hansen-Borg (Handewitt und Harrislee) ist hier aktiv und verkehrt erstmalig mit mit zwei Hybridbussen insbesondere auf den Linien 1537 und 1539. Ralf Hansen-Borg sieht die Entwicklung positiv und meint: „Wir sind stolz, dass wir im Kreis Schleswig-Flensburg trotz der schwierigen Rahmenbedingungen die ersten regionalen Busunternehmen sind, die Schritte zur modernen Elektromobilität konkret in die Tat umsetzen.“

Die Busse nutzen den elektrischen Antrieb größtenteils zur Unterstützung. Rund 25 bis 30 Prozent der Zeit fahren die Busse rein elektrisch. Vor allem zum sonst kraftstoffintensiven Anfahren an Haltestellen schaltet der Bus die Batterie ein. Diese speist ihre Energie komplett aus den Bremsvorgängen des Busses. Da der Batteriebetrieb die Fahrzeuge auch leiser macht, sollen sie zukünftig den Elektromodus an sensiblen Orten wie Krankenhäusern einschalten. Den Strom können auch die Fahrgäste nutzen, da in den Hybridbussen an ausgewählten Haltestangen USB-Anschlüsse zum Aufladen von Mobiltelefonen verfügbar sind.

Zu wasserstoffbetriebenen Bussen als weitere alternative Antriebsform äußerte sich Paul Hemkentokrax dagegen eher zurückhaltend. Noch seien Busse in diesem Bereich nicht serienfähig und unwirtschaftlich. Da Flensburg mit dem Bau einer Wasserstofftankstelle Anfang 2018 jedoch ein deutliches Zeichen in Richtung dieser Technolgie setzen möchte, soll diese nicht ausgeblendet werden, so Hemkentokrax.

Mit den neuen Hybridbussen wollen die Verkehrsunternehmen ihren Teil dazu beitragen, dass die Stadt Flensburg ihre bis zum Jahr 2050 gesetzten Klimaziele erreicht – nämlich komplett CO2-neutral zu sein.

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