Flensburger Krankenhäuser : Fast 200 Millionen für neue Kliniken

Das historische Herz der Diako soll erhalten bleiben: Pastor Wolfgang Boten vor der Diako-Kirche (links) und dem anschließenden Verwaltungstrakt von 1883.
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Das historische Herz der Diako soll erhalten bleiben: Pastor Wolfgang Boten vor der Diako-Kirche (links) und dem anschließenden Verwaltungstrakt von 1883.

Im Verbund von Diako und St.Franziskus kann nun die Planung für das Krankenhaus der Zukunft beginnen.

shz.de von
29. März 2017, 19:19 Uhr

In zwei beziehungsweise drei Bauabschnitten geht es um nicht mehr und nicht weniger als um den stufenweisen Neubau beider Flensburger Krankenhäuser zwischen Marienhölzungsweg und Waldstraße. Insgesamt will das Land bis Mitte der 20er Jahre nahezu 200 Millionen Euro in den Krankenhausstandort Flensburg investieren. Rund zwei Drittel davon, wie berichtet 128 Millionen Euro, sollen in die komplette Erneuerung der Diako bis zum Jahr 2025 fließen. Nach rund zweijähriger Planung finanziert Kiel in drei Abschnitten bis Mitte der 20er Jahre zunächst 58 Millionen Euro zwischen Knuthstraße, Marienhölzungsweg und Burgplatz, und im zweiten und dritten Abschnitt noch einmal 40 beziehungsweise 30 Millionen Euro. Darüber hinaus sind für den Neubau des St. Franziskus-Hospitals zwischen Dorotheen- und Waldstraße wenige hundert Meter nordwestlich weitere 66 Millionen Euro eingeplant. Der zweite Bauabschnitt der Malteser mit 41 Millionen Euro ist ab dem Jahr 2020 vorgesehen. Zählt man noch die 2,5 Millionen Euro hinzu, die für das Katharinen-Hospiz am Park investiert werden (es hat mittlerweile auch Krankenhaus-Status), summiert sich das Landes-Engagement für Flensburgs Kliniken in den kommenden rund acht Jahren auf 196,5 Millionen Euro.

Von der alten Diako wird nach Lage der Dinge nur die Kirche an der Ecke Marienhölzungsweg/Knuthstraße übrigbleiben. Auch der daran anschließende Bau von 1883, in dem heute die Verwaltung untergebracht ist und wo hinter hellem Klinker uraltes Fachwerk verborgen ist, wird wohl verschwinden. Abriss und Neubauten sind sukzessive geplant: „Wir sind jetzt dabei, ein Konzept für ein völlig neues Diakonissenkrankenhaus zu entwickeln, das den Anforderungen der Zukunft entspricht“, sagt Diako-Rektor Wolfgang Boten und ergänzt: „Es wird das modernste Krankenhaus in Schleswig-Holstein werden.“ Außerdem werde der Flensburger Klinikverbund aus Diako und Maltesern nach dem Uni-Klinikum das zweitwichtigste Krankenhaus im Land.

Nach der Erneuerung hofft Diako-Rektor Wolfgang Boten auf kurze Wege, optimierte Prozesse und eine optimale digitale Infrastruktur: „Das ist in den alten Gebäudestrukturen nicht möglich. Selbst W-Lan scheitert an zu dicken Mauern“, sagt Boten. Ein Leistenbruch sei früher 14 Tage stationär aufgenommen worden und werde heute ambulant versorgt. Selbst ein Herzinfarkt-Patient gehe nach drei bis fünf Tagen zur Reha.

Die Kunst der Neubau-Planer: bei laufendem Betrieb und durch Umziehen von Bestandsgebäuden in Neubauten stufenweise neben der Diako-Kirche ein komplett neues Klinikum der Zukunft zu errichten. Der Diako-Komplex vom 1874 gilt heute mit seinen sechs Eingängen, zwei Intensivstationen, unterschiedlichsten Ebenen und Rampen als nicht mehr zeitgemäß. Künftig soll es nur noch einen einzigen Haupteingang geben: „Eine einzige Notaufnahme für beide Krankenhäuser gibt es schon seit zehn Jahren im Verbund“, sagt Pastor Boten.

Die Diako-Erneuerung soll schon zeitnah mit einem neuen Kreißsaal, neuer Entbindungsstation sowie der Unterbringung auswärtiger Mütter beginnen. Vor allem durch das Aus der Geburtshilfe auf den nordfriesischen Inseln ist die Zahl der Geburten in der Diako in den vergangenen Jahren von rund 1700 auf heute fast 2000 Geburten pro Jahr gestiegen.

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