Flensburg : Familienstreit führt Polizei zu Heroin-Lager

Ein 27-jähriger Flensburger hat in seiner Garage Heroin gelagert – ein lauter Familienstreit führte die Beamten zum Versteck.

shz.de von
15. Juli 2015, 14:24 Uhr

Flensburg | Damit hatte der Mann sicher nicht gerechnet: Eine aggressive Auseinandersetzung zwischen Familienangehörigen auf einem Hinterhof in der Schleswiger Straße in Flensburg hat die Polizei auf den Plan gerufen. Worum gestritten wurde, ist unklar. Als Beamten am Dienstagnachmittag zu der Wohnung kamen, hatte sich der 27-Jährige bereits aus dem Staub gemacht. In seiner Garage fanden sie eine größere Menge Heroin – etwa 50 Gramm. Gegen den Mann bestand bereits ein Untersuchungshaftbefehl wegen anderer Delikte.

Noch am Abend konnten die Polizisten den 27-jährigen Tatverdächtigen widerstandslos festnehmen. Er wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht vorgeführt und in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Gegen ihn wird jetzt wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt, unter anderem wegen Verdachts des Besitzes einer nicht geringen Menge Heroin.

Der Wert der Droge hängt stark von ihrem Reinheitsgehalt ab. Als Straßenheroin wird die Substanz in kleinen Päckchen pulverförmig angeboten. Die Wirkstoffkonzentration schwankt in der Regel zwischen fünf und 30 Prozent. Heroinabhängige benötigen zwischen 0,5 und 3 Gramm Heroin pro Tag, verteilt auf mehrere Injektionen. Diese Dosen können bei Nichtabhängigen schon tödlich wirken.

Aus Afghanistan kommen bis zu 90 Prozent des weltweit gehandelten Rohopiums. Es ist der Grundstoff für Heroin, das häufig aus Laboren in der Türkei nach Deutschland kommt. Mit geschätzt 3,4 Millionen Konsumenten im Alter zwischen 15 und 64 ist Kokain nach wie vor die in Europa am häufigsten benutzte illegale Droge, Heroin bleibt die tödlichste. Laut Drogen- und Suchtbericht 2015 erhöhte sich die Zahl erstauffälliger Konsumenten harter Drogen in Deutschland im Vergleich zu 2013 um fünf Prozent auf 20.120. 1032 Menschen starben 2014 wegen ihres Drogenkonsums.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert