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Dortmund-Fanclub : Familiäre Gemeinschaft bei den Flensburger Borussen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit über zehn Jahren gibt es in Flensburg einen BVB-Fanclub, der jetzt viel Gesprächsstoff hat. Ihr Gründungsdatum geben die Borussen der Fördestadt mit dem 31. Oktober 2003+1 an.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2015 | 11:00 Uhr

Flensburg | Ihr Gründungsdatum geben die Flensburger Borussen mit dem 31. Oktober 2003+1 an. Und machen schon mal klar, wer der Gegner ist. Die „Königsblauen“ aus der verbotenen Stadt hatten in jenem Jahr ihr 100. Jubiläum, erklärt Stefan Jochimsen und wagt nicht, das Wort Schalke (04!) in den Mund zu nehmen. Der 33-Jährige ist Gründungsmitglied und erster Vorsitzender des BVB-Fanclubs aus Flensburg.

Jochimsen, der als Lagerist in Dänemark arbeitet, hat eine Dauerkarte für die Borussia und fährt, so oft er kann, ins Westfalenstadion. Der Flensburger nennt es das schönste Stadion in Europa und macht sich damit die gern zitierte Meinung einer englischen Zeitung zu eigen. Mit seinem Vater Bernhard Jochimsen, 61 Jahre alt und auch im Fanclub, habe er sich früher Handballspiele in der Halle angesehen und für die Live-Stimmung begeistert. Diese sei ihm als außergewöhnlich in Dortmund aufgefallen, als er in den 90-ern die Bundesliga im Fernsehen verfolgt habe, erinnert sich Stefan Jochimsen an den Auslöser, der ihn zum BVB-Fan werden ließ. „Fußball ohne Stimmung geht nicht.“

Mittlerweile würde man bei den Übertragungen immer wieder das Banner der Flensburger Borussen sehen können, sagen die Mitglieder des Fanclubs stolz. Sie zählen nach einer Umstrukturierung rund 20 Mitglieder sowie zwei vorliegende neue Anmeldungen.

Wer sich aber erhofft, mit einer Mitgliedschaft für insgesamt 30 Euro im Jahr eher an die begehrten Tickets fürs Westfalenstadion heranzukommen, ist falsch bei den Flensburger Borussen. Steht ein kleines Karten-Kontingent zur Verfügung, weil der Club seit Februar 2005 beim BVB offiziell gelistet ist, dann entscheidet das Los. „Wir legen Wert aufs Familiäre“, betont Michael Janzen in unverkennbarem Dialekt. Der 46-jährige Busfahrer ist zweiter Vorsitzender des Flensburger BVB- Fanclubs und ein echter Vertreter aus dem Pott, nämlich aus Dortmunds Nachbarstadt Unna. Die Begeisterung für Fußball und die heimischen Vereine werde im Ruhrgebiet in die Wiege gelegt, sagt Janzen. Seine Familie sei gespalten: Während Vater und Schwester für die Schwarz-Gelben fiebern, feuern Mutter und Bruder die Königsblauen an. Wenn gegeneinander gespielt wird, werde nicht miteinander gesprochen, sich sonst aber vertragen, beschreibt Janzen mit einem Augenzwinkern die Lage.

Bloß rein verbal sei die Gegnerschaft auch zu anderen Fans, versichert Bernhard Jochimsen. Die Flensburger Borussen mögen es eben harmonisch. Auch wenn es zu Saison-Beginn, als der BVB in einem Formtief spielte, „viel Gelächter gab“, erinnert sich Marcus Geißler. „Wir fahren trotzdem hin und feuern die Mannschaft an“, sagt der 36-jährige Stürmer bei Flensburg 08 und verweist auf die Aufholjagd des BVB vom 18. auf den jetzt 9. Tabellenplatz.

„Und wenn man keine Karte fürs Stadion hat, guckt man zusammen“, erinnert Geißler an das familiäre Selbstverständnis des Fanclubs. Zu den gemeinsamen Aktivitäten gehören Grillabende und der neue Stammtisch. Dort gibt es reichlich Gesprächsstoff nach Jürgen Klopps Rücktritt als Trainer und Thomas Tuchels Verpflichtung als Nachfolger, der die hiesigen Borussen ausnahmsweise spaltet. Wenngleich ihn der Abgang des Neuen in Mainz störe, habe er eine Chance verdient, bleibt Michael Janzen sportlich und fair.

 

Kontakt: Stefan Jochimsen, Email: stjochimsen@foni.net, oder über Facebook der Flensburger Borussen.

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