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Unerkannte Blüten : Falsche Fünfziger sorgen für Unruhe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Einzelhandel und die Banken prüfen verstärkt Geldscheine, nachdem sie sie erhalten haben. Blüten sollen der Polizei gemeldet werden, sonst droht eine Strafe.

Flensburg | Eine Frau steht nichtsahnend an der Kasse in einem Elektroladen im Citti-Park und möchte einen Staubsauger bezahlen. Sie gibt dem Kassierer Bargeld und wartet auf ihre Quittung. Doch der Kassierer stutzt und stellt fest: Ein 50-Euro-Schein der Kundin ist gefälscht. Diese Szene ist in den vergangenen Tagen nicht nur im Citti-Park vermehrt vorgekommen. Gut 40 Fälle, in denen falsche 50-Euro-Scheine im Spiel waren, hat die Polizei seit dem Wochenende aufgedeckt. Auch im Förde-Park waren die Scheine im Umlauf.

Im Citti-Park sind schon vor rund zweieinhalb Wochen die ersten Blüten aufgefallen – in einem Supermarkt und einem Schreibwarenladen. Das Centermanagement reagierte sofort und informierte alle Mieter im Einkaufszentrum über den Vorfall. „Wir haben den Mietern gesagt, dass sie auf falsche Scheine achten sollen“, sagt Centermanager Jörg Barth. Wird eine Blüte entdeckt, rufen die Mitarbeiter sofort die Polizei. Auch das Wachpersonal ist dann zur Stelle. Sowohl für den Kunden als auch für den Kassierer ist die Situation unangenehm – ganz zu schweigen von den Verlusten, die beide Parteien wegen des Falschgeldes haben.

Auch die Mieter des Förde-Parks wurden vom Centermanagement über die Blüten informiert. Centermanager Norbert Fels spricht von ein bis zwei Scheinen, die im Einkaufszentrum an der Schleswiger Straße im Umlauf waren. Ob die Mieter nach den Vorfällen höhere Sicherheitsvorkehrungen treffen, könne er nicht sagen. Jeder von ihnen handele autark.

Nicht nur in den Einkaufszentren werden die 50-Euro-Scheine nun eindringlich unter die Lupe genommen. Auch in den Flensburger Banken gibt es eine erhöhte Sicherheitsstufe – schließlich machen die Blüten nicht vor den Geldgebern Halt. Seit der vergangenen Woche haben die Geldinstitute Falschgeld in Flensburg und dem Umland registriert. Die Mitarbeiter der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) prüfen deshalb vor allem eingezahltes Geld. Verdächtige Scheine gehen an die Bundesbank, die dann feststellt, ob sie falsch oder echt sind. „Wenn das Geld echt ist, wird es dem Besitzer gutgeschrieben“, erklärt Tanja Nissen, Sprecherin der Nospa in Flensburg. Ist ein gefälschter Fünfziger dabei, wird die Polizei informiert. Wer am Automaten Geld abhebt und sich Sorgen um das Bargeld macht, das aus dem Schlitz kommt, den kann Nissen beruhigen: „Wir geben nur geprüftes Geld heraus.“

Taucht aber trotz aller Vorsicht ein falscher 50-Euro-Schein im eigenen Portemonnaie auf, rät Polizeisprecher Matthias Glamann, sich bei der Polizei zu melden. Wer versucht, eine Blüte, die er als Wechselgeld bekam, in einem anderen Laden loszuwerden, der kann sich strafbar machen, weil er „vorsätzlich handelt“, so Glamann. Bezahlt dagegen ein Kunde unwissentlich mit Falschgeld, wird dies durch ein Ermittlungsverfahren aufgeklärt, und der Besitzer hat der Polizei zufolge nichts zu befürchten.

Wer Falschgeld in seinem Portemonnaie findet, sollte sich sofort an die  Polizei wenden. Dabei ist es wichtig, den Beamten mitzuteilen, wie der Schein in die  eigene Brieftasche gekommen ist. Die aktuellen Blüten sind „gut gefälscht“ worden und lassen sich von Laien kaum von echten Scheinen unterscheiden. Ein Trick, um selbst die Echtheit des Geldes zu überprüfen, ist der Kipp-Test. Dabei wird der glatte Schein ins Licht gehalten und leicht gedreht. Wenn die Zahl 50 unten rechts auf der Rückseite dabei grün oder braun wird, hat der Besitzer nichts zu befürchten.

 

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erstellt am 07.Aug.2015 | 08:00 Uhr

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