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Verkehr : Falle für Radfahrer an der Nordstraße

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Umleitung zwingt Pedalritter auf die viel befahrene Nordstraße. Die Stadt plant die Beleuchtung der Strecke bis zur Osttangente.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2014 | 10:15 Uhr

Radfahrer, die aus dem Osten der Stadt über die Nordstraße in die Innenstadt fahren, können sich freuen: Der Radweg zwischen „Teufelsbrücke“ (Bismarckstraße) und Friedastraße wird verbreitert. Entsprechend schmaler wird die Fahrbahn für die Kraftfahrzeuge. „Es bleibt aber alles im DIN-Bereich“, beruhigt Heiko Ewen, Leiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ). Womöglich wird der Radweg bald auch auf der ganzen Strecke zwischen Hafendamm und Osttangente beleuchtet. Doch mit den derzeit laufenden Bauarbeiten mutet das TBZ den Radfahrern einiges zu.

Elisabeth Keller ist sauer, ja regelrecht empört. Sie fährt jeden Tag von Wees zu ihrem Arbeitsplatz im Franziskus-Hospital. Direkt hinter der Teufelsbrücke wird sie auf einen Baustellenweg nach links hinauf zur Bachstraße umgeleitet. „Wenn es regnet, ist der nicht zu befahren“, sagt sie. Gut, heute ist es trocken, es geht einigermaßen. Von der Bachstraße geht es rechts herum bis zur St.-Jürgen-Kirche, dann lenkt das gelbe Umleitungsschild den Radfahrer scharf rechts in den Oberen Lautrupweg und wieder hinunter zur Nordstraße. Und dort landet er in einem Dilemma.

Denn hier kann er nicht auf den Radweg der Nordstraße. Der ist aufgerissen und abgesperrt, und zwar in beiden Richtungen. Also muss er, muss Elisabeth Keller auf die Nordstraße und im fließenden Autoverkehr zum Hafendamm fahren. „Das trau’ ich mich nicht“, räumt sie ein. Zu gefährlich. Zurück geht es nicht, weil der Obere Lautrupweg Einbahnstraße ist. Und sehr steil. „Das ist eine unmögliche Ausschilderung!“, findet sie und denkt vor allem an Kinder und Jugendliche, die hier auch hin und wieder fahren. „Die kann man doch nicht auf diese viel befahrene Straße schicken!“

Sie hat beobachtet, dass einige Radfahrer die Umleitung ignorieren und sich dicht an der Baustelle auf der Straße entlang hangeln – und zwar notfalls auch links, also gegen den Autoverkehr. Ihr ist klar, dass sie sich damit selbst gefährden. Doch „verführt“ werden sie wohl durch die nicht optimale Ausschilderung der Umleitung.

Das Technische Betriebszentrum, das für die Baumaßnahme zuständig ist, hat die Anregungen aufgenommen und wird Anfang kommender Woche über eine andere Lösung nachdenken.

Ob die Gremien der Stadt der Investition für die Radwegbeleuchtung zustimmt, bleibt abzuwarten. Das TBZ hat auf jeden Fall schon mal die Stromleitungen mit verlegt, um nicht im nächsten Jahr alles wieder aufreißen zu müssen.

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