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Flensburger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 17:16 Uhr

Getötetes Lamm : Fall Pontus: Polizei ermittelt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Hundehalter, der für den Tod des Lämmchens vom Sandberg verantwortlich ist, steht noch nicht fest. Als Trost hatte eine Schafzüchterin der Flensburger Familie sogar ein Ersatz-Lämmchen angeboten.

Im Fall des totgebissenen schwarzen Lämmchens „Pontus“ vom Spielplatz Jungfernstieg ermittelt die Polizei zwar noch. „Die Beamten verfolgen aber konkrete Personenhinweise“, erklärte Polizeisprecher Matthias Glamann. Bislang stehe ein verantwortlicher Hundehalter indes noch nicht fest.

Wie berichtet, hatte ein angeleinter Rottweiler am Spielplatz dem schwarzen Lamm in den Kopf gebissen. Daraufhin habe sich die Hundeführerin rasch entfernt – unter dem Vorwand, Hilfe zu holen, war aber nicht zurückgekehrt. Nach dem Tod des Lämmchens hatte der 50-jährige Schafhalter Anzeige beim 1. Polizeirevier erstattet. „Die Beamten leiteten ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen das Gefahrhundegesetz ein“, erklärte Glamann weiter. Darüber hinaus seien bei derartigen Fällen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu prüfen oder Sachbeschädigung, wie bei dem Schwanenbiss am Campus vor fast zwei Jahren – seinerzeit offenbar ebenfalls durch einen Rottweiler.

Dem Gefahrhundegesetz des Landes zufolge ist es übrigens verboten, Hunde auf Spielplätze mitzunehmen. Das geht aus Paragraf 2, Absatz 3 des Gesetzes hervor. Als gefährlich gelten: Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier sowie Kreuzungen untereinander – Rottweiler also explizit nicht.

In Flensburg gibt es unter den rund 3300 angemeldeten Hunden (132 Euro Hundesteuer im Jahr) genau 22 Tiere, die diesen vier Rassen zuzuordnen sind – oder aus anderen Gründen als gefährlich eingestuft werden. Für sie zahlen ihre Halter den erhöhten Satz von 600 Euro. Die Stadt hat also die Möglichkeit, als gefährlich aufgefallene Hunde mit dem erhöhten Steuersatz zu belegen: „Bei einem Biss eines anderen Tieres führt das aber nicht automatisch zur Höhereinstufung“, relativiert Stadtsprecher Thomas Kuchel. Als gefährlich gelten dem Gesetz zufolge allerdings auch Hunde, die ein anderes Tier gebissen haben, ohne selbst angegriffen worden zu sein.

Der Tageblatt-Bericht war am Donnerstag auf viel Anteilnahme gestoßen – eine Schafzüchterin von der Halbinsel Eiderstedt hatte der Familie sogar ein vier Wochen altes Flaschen-Lämmchen als Geschenk angeboten.

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