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Tödliche Messerstiche in Flensburg : Fall Mert Can A.: Weitere Verhaftung

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neue Erkenntnisse nach Auswertung von WhatsApp-Chats - die mutmaßliche Tatwaffe wurde nach Zeugenhinweis an der B 200 gesichert.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2017 | 04:24 Uhr

Der dritte Mann, der am Ostersonntag in Klues vor der Tür eines Einfamilienhauses Zeuge wurde, wie aus einer Allerweltsstreitigkeit in einer Schiffbrücken-Bar tödlicher Ernst wurde, war wohl doch nicht nur als Unbeteiligter dabei. Er wurde vorgestern festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft, wie die Polizei mitteilt.

Er gilt jetzt als Beteiligter in einer Auseinandersetzung, die in einer Bar begann, schon beigelegt schien und dann frühmorgens in Klues vor der Tür des Elternhauses des Opfers mit einem tödlichen Messerstich eskalierte. Wie berichtet war ging das Geschehen wohl auf einen Übergriff gegen eine junge Frau zurück, für die sich Mert Can A. verantwortlich fühlte. Die verbale Auseinandersetzung vor dem Lokal an der Schiffbrücke schien sich in Wohlgefallen aufzulösen, als A. seine Freundin und die junge Bekannte nach Hause fuhren. Doch wenig später klingelte es vor dem Elternhaus. A. öffnete die Tür und wurde sofort niedergestochen.

Anfangs waren die Ermittler noch davon ausgegangen, dass der jetzt Festgenommene von den Absichten des Täters keine Ahnung hatte. Diese Einschätzung aber hat sich geändert. Eine Auswertung von Kurznachrichten, die beide über ihre Smartphones ausgetauscht hatten, lieferte der Kripo Hinweise, dass sich in der Osternacht beide auf den Weg gemacht hatten, um Mert Can A. eine Abreibung zu verpassen. Das korrespondiert mit entsprechenden Drohungen die Zeugen schon an der Schiffbrücke gehört haben wollen und auch mit Hinweisen in sozialen Medien, in denen die spätere Tat („Du bist morgen tot!“) angekündigt worden war.

Unklar ist, ob Mert Can A., der sich kurz nach Ankunft in seinem Elternhaus mit seiner Freundin schlafen legte, davon überhaupt noch etwas mitbekommen hatte. Diese Fragestellung aber dürfte den Unterschied ausmachen über die spätere strafrechtliche Einordnung: Mord oder Totschlag?

Aus dem WhatsApp-Verkehr konnten die Ermittler herauslesen, dass sich beide zu einer gegen Mert Can A. gerichteten bewaffneten Tat verabredet hatten. Auch dem Begleiter  habe die daraus resultierende Lebensgefahr bewusst sein müssen, so Pressestaatsanwaltschaft Torkild Petersen-Thrö gestern.

Die Ermittler punkteten am Mittwoch noch auf einem zweiten Feld: Aufgrund eines Zeugenhinweises konnten sie am Dienstag nach einer großen Suchaktion mit einer Hundertschaft der Eutiner Bereitschaftspolizei am Rande der B 200 endlich die mutmaßliche Tatwaffe sichern.

 

In einer früheren Fassung dieses Artikels war der zweite Festgenommene als Fahrer des Wagens bezeichnet worden. Diese Darstellung kam durch ein Missverständnis zustande und ist unrichtig. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei war der Fahrer an dem tödlichen Geschehen vor der Haustür nicht beteiligt.  

 

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