Jardelund : Fahrer lebensgefährlich verletzt – Probleme mit dem Notruf

Auf der geraden Strecke kam der Wagen von der Straße ab.
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Auf der geraden Strecke kam der Wagen von der Straße ab.

Ein Mann kommt mit seinem Toyota von der Straße ab. Zunächst streift er zwei Bäume, dann prallt er gegen einen Dritten. Der 52-Jährige schwebt in Lebensgefahr. Der Notruf kostete wertvolle Minuten: Denn der Ersthelfer landete immer wieder im dänischen Netz.

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08. Juli 2014, 16:54 Uhr

Jardelund | Bei einem Verkehrsunfall in Jardelund im Kreis Schleswig-Flensburg ist am Dienstagnachmittag ein Autofahrer so schwer verletzt worden, dass er in Lebensgefahr schwebt. Der Mann war mit seinem Auto von der Fahrbahn der Betonstraße abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

Kurz nach 15 Uhr bemerkte ein Zeuge den Unfall und alarmierte Rettungsdienst und Polizei. Da der Autofahrer in seinem Fahrzeug eingeklemmt war, wurden auch die umliegenden Feuerwehren sowie die Wehren aus Schafflund und Ellund mit schwerem Rettungsgerät alarmiert. Die Einsatzkräfte mussten mit einem Spreizer eine Tür des total zerstörten Toyota öffnen, um an den Verletzten heranzukommen.

Der Mann wurde nach seiner Befreiung sofort im Rettungswagen erstversorgt und von der Notärztin des Rettungshubschraubers Christoph Europa 5 aus Niebüll untersucht. Anschließend wurde er mit dem Rettungswagen in die Flensburger Diako eingeliefert.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der 52-Jährige mit seinem Wagen in der Straße Norderfeld aus Richtung Jardelund kommend unterwegs, als er plötzlich nach links von der Straße abkam. Er streifte mit seinem Toyota zunächst zwei Bäume, bevor er frontal gegen einen weiteren Baum prallte. Durch die Wucht des Unfalls wurde das Auto herumgeschleudert und blieb total zerstört auf der Straße stehen. Insgesamt waren rund 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Einsatz. Das total beschädigte Auto musste abgeschleppt werden.

Problematisch war es so nahe an der dänischen Grenze offenbar, die deutsche Rettungsleitstelle zu erreichen. Ersthelfer Jens Hansen holte, nachdem er den Eingeklemmten im Auto entdeckt hatte, sein Handy heraus und wählte den Notruf 110. Am anderen Ende wurde er auf Dänisch begrüßt. Er berichtet, der Beamte am Telefon habe sich nicht zuständig gesehen. Hansen legte auf, versuchte sein Glück unter der 112, doch auch hier das gleiche Ergebnis, wieder die dänische Leitstelle der Polizei. Mit der Ortsbeschreibung konnte man dort nichts anfangen. Jens Hansen setzte sich ins Auto und fuhr zum nächsten Haus, rund eineinhalb Kilometer von der Unfallstelle entfernt. Über Festnetz landete man in der Regionalleitstelle im deutschen Harrislee, nun war Hilfe unterwegs. Hansen eilte unterdessen zurück zu dem schwer verletzten Unfallopfer, um den Mann zu betreuen, bis Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt vor Ort waren.

Fast zehn Minuten hatte es nach Angeben des Zeugen gedauert, bis Hilfe unterwegs war, zehn Minuten die Leben kosten können. „Dies ist eine Problematik, die uns bekannt ist“, erklärt Sacha Münster, der stellvertretende Leiter des kommunalen Teils der Leitstelle Nord. „Man kann dem Problem in der Grenzregion entgegenwirken, in dem man in seinem Handy die automatische Netzwahl deaktiviert. So bleibt das Handy immer im deutschen Netz, bis zum Verlust des Empfanges und wählt sich nicht bereits vorher in das stärkere dänische Netz ein.“

Sollte man dennoch in der dänischen Leitstelle landen, sollte man dort bitten, mit der deutschen Leitstelle verbunden zu werden. Sascha Münster: „Viele der Disponenten sprechen oder verstehen deutsch und auf Englisch kommt man auch sehr weit.“

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