Flensburger Planungsausschuss : Fahrensodde vor der Entscheidung

Spaltet die Ratsversammlung: Über das Grundstück Fahrensodde 20 wird seit Jahren gestritten; die Stadtpolitiker sollen bald  abstimmen.
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Spaltet die Ratsversammlung: Über das Grundstück Fahrensodde 20 wird seit Jahren gestritten; die Stadtpolitiker sollen bald abstimmen.

Die Ratsversammlung soll am 3. Juli bestimmen, wie es weiter geht mit dem geplanten Dienstleistungszentrum.

shz.de von
23. Juni 2014, 07:10 Uhr

Flensburg | Noch ist fraglich, ob es die große Zuspitzung wird oder ob morgen aus der aufgeladenen Stimmung zwischen den Ratsfraktionen der Druck entweicht. Zur Debatte steht – wieder einmal – das Projekt Maritimes Dienstleistungszentrum Fahrensodde. Spätestens seit dem 26. Mai spaltet das Thema die Politik. CDU, SPD, Grüne und FDP wollten im Planungsausschuss einen einstimmig gefassten Ratsbeschluss vom Januar 2013 kippen und die Zusammenarbeit mit der durch Mathias Hartmann (Dantronik) vertretenen IG Fahrensodde zugunsten einer völligen Neuplanung beenden. Demgegenüber pochen SSW, WiF und die Linke auf Fortsetzung der Zusammenarbeit. Beide Gruppen ringen um Mehrheiten für einen entsprechenden Beschluss auf der Ratsversammlung am 3. Juli.

Begleitet wird die Debatte durch unterschiedliche Vorwürfe. Je nach Position hat Mathias Hartmann die Schuld, weil er als Verhandlungsführer der IG und der Gewerbetreibenden die verabredeten „Meilensteine“ (Abschluss eines Pachtvertrages, Beginn der Bauarbeiten etc.) nicht ansatzweise erreicht habe; oder die Verwaltung, von der die Bürgerinitiative im geschickten Doppelpassspiel der Fachbereiche Immobilien (Michael Draeger) und Entwicklung/Innovation (Peter Schroeders) über anderthalb Jahre hingehalten und ausgetrickst wurde – mit dem Ziel, die ursprünglich dort vorgesehene Luxus-Wohnbebauung doch noch zu ermöglichen.

Zusätzliche Würze erhielt das Zerren durch rätselhafte personelle Verflechtungen, hinter denen kommerzielle Eigeninteressen vermutet wurden, und durch die nicht sonderlich geschickte Führung der Arbeitsgruppe Fahrensodde durch den SPD-Ratherrn Axel Kohrt, der den ursprünglichen Auftrag der ausgleichenden Koordinierung der Gespräche zwischen Vorhabenträger und Verwaltung beendete, indem er über Nacht die Verhandlungen für beendet erklärte und sich an die Speerspitze jener Mehrheit setzte, die jetzt alle Räder wieder auf Null drehen will.

All dies steht am Dienstag mit auf dem Tableau, wenn es auf Antrag der WiF heißt: Aussprache über Anschuldigungen, Vorwürfe gegen Beteiligte im Komplex Fahrensodde 20. Die WiF, die den Bemühungen der IG Fahrensodde von Beginn an sehr zugetan war, möchte darlegen, dass die unerreichten „Meilensteine“ in Wahrheit unüberwindbare Hürden waren, die der IG in den Weg gestellt wurden. Ein begleitendes Papier der WiF dazu gibt es im Ratsinformationssystem der Stadt (http://ratsinfo.flensburg.de/termine, Supa 25. Sitzung).

Auch der Verhandlungsführer der Betriebe von Fahrensodde 20 hat im Vorfeld der Sitzung noch einmal dargelegt, wie sich die Dinge aus seiner Sicht verhalten. Den offenen Brief an Oberbürgermeister Simon Faber und die Ratsmitglieder gibt es unter http://www.fahrensodde.net/faber/ im Internet.

Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 16 Uhr im Technischen Rathaus (Am Pferdewasser 14).

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