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Flensburger Förde : Fahrensodde: Taucher finden 26 Kisten Munition

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Kampfmittelräumdienst wurde vom Unterwasserclub Baltic unterstützt. Immer wieder werden Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg aufgespürt.

shz.de von
erstellt am 14.Mär.2016 | 08:17 Uhr

Flensburg | Es war einer dieser Tage mit einer starken Strömung Förde-auswärts unmittelbar nach einer Hochwasserlage. „Wir hatten fünf Stundenkilometer Strömung“, sagt Jochen Petersen, 2. Vorsitzender des Tauchclubs UC Baltic. Das abfließende Wasser nahm Schlamm und Sedimente mit – und verschaffte zwei Tauchern freie Sicht auf einen Fund, wie es ihn so seit Jahren nicht mehr gegeben hatte. Oliver Albrecht und Igor Vlassow fanden in einer Wassertiefe von 17 Metern 26 hölzerne Munitionskisten aus dem Zweiten Weltkrieg, gefüllt mit Granaten und Flak-Munition.

Mittlerweile sind die Kisten geborgen oder wurde zumindest die Munition aus dem Wasser geholt. Das besorgte wie in Schleswig-Holstein üblich das Dezernat 33 des Landeskriminalamtes, besser bekannt als Kampfmittelräumdienst. Doch die Flensburger Taucher leisteten wertvolle Hilfe. So haben Albrecht und Vlassow sofort nach dem Fund die Kisten „verleint“. Mit einer sehr langen weißen Leine verbanden sie alle Funde und zogen die Leine anschließend ans Ufer von Fahrensodde, da wo der UC Baltic sein Domizil hat und wo die Taucher üblicherweise in die Förde gehen. „Das machen wir, um die Kisten wieder zu finden“, so Petersen. Ansonsten seien solche Funde selbst in einer Entfernung von nur 150 Metern vom Ufer ganz schwer zu orten.

Vor wenigen Tagen rückten die Profis aus Felde bei Kiel an. Und wieder halfen Flensburger Taucher, indem sie an jeder Kiste eine rote Boje befestigten. Jetzt konnten die Experten des LKA runter gehen und den brisanten Fund Kiste für Kiste und Stück für Stück an die Oberfläche holen und an Land bringen. Nach Informationen der Flensburger Taucher wurde die Munition mittlerweile vernichtet.

Munitionsfunde in der Förde sind keine Seltenheit. Am Ende des zweiten Weltkriegs lagen hier zahlreiche Kriegsschiffe auf Reede. Als die Kapitulation näher rückte, hätten die Besatzungen Waffen und Munition über Bord geworfen, vermutet Petersen. Dadurch galten sie bei Übergabe an die Alliierten nicht mehr als Kriegsschiffe und konnten zivil genutzt werden, zum Beispiel für die Fischerei.

2003 wurden vor Fahrensodde 50 Wasserbomben gefunden; daraufhin wurde der Fundort weiträumig abgesperrt und mit Sonar abgesucht. Damals bestand zumindest theoretisch die Gefahr von Explosionen; bei dem aktuellen Fund hat es aus Sicht der Flensburger Taucher keine Gefahr gegeben. „Es sei denn, jemand holt eine Granate aus dem Wasser und schlägt mit einem Stein oder einem Hammer darauf herum.“

Der neue Vorstand des UC Baltic mit Alexander Bühler an der Spitze und Jochen Petersen als zweitem Mann möchte einige Neuerungen auf den Weg bringen, sich mit anderen Vereinen am Wasser vernetzen und diese zum Beispiel am 1. Mai zum Antauchen einladen.

www.uc-baltic.de

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