Präsentation im Planungsausschuss : Fahrensodde nimmt erste Hürde

Kaum wiederzuerkennen: So stellen sich die 2Werk-Architekten die runderneuerte Flugzeughalle vor.
Kaum wiederzuerkennen: So stellen sich die 2Werk-Architekten die runderneuerte Flugzeughalle vor.

Bauliches Konzept der Gewerbetreibenden für ein maritimes Dienstleistungszentrum überzeugt Politik und Verwaltung - nur die von der Stadt gewollte Subventionierung von öffentlicher Fläche, Universität und DLRG durch Investor sorgt für Bauchschmerzen.

shz.de von
28. November 2013, 00:00 Uhr

So dicht waren Verwaltung und Gewerbetreibende von Fahrensodde 20 noch nie zusammen. Der Sachstandsbericht zum Projekt maritimes Dienstleistungszentrum Fahrensodde am Dienstagabend im Planungsausschuss zeigte eine große Schnittmenge – und einen tiefen Riss, den nur ein politischer Beschluss überbrücken kann.

Im Rieve-Zimmer waren keine Plätze mehr frei, als Mathias Hartmann und Heinz Mittelstraß als potenzielle Träger des Vorhabens ihr überarbeitetes Konzept vorstellten. Hartmann, Inhaber der in Fahrensodde siedelnden Telematik-Firma Dantronik und aktuell Hauptpächter des gesamten Geländes, präsentierte die Eckpunkte des Projekts: Abriss von Altgebäuden der ehemaligen DASA – insbesondere der von der U-förmigen Anlage eingeschlossene Schimmelpalast; Entkernung und Sanierung der kaiserlichen Flugzeughalle; Bau einer (saisonal unterschiedlich belegten) Fläche für Autos beziehungsweise Yachten der Seglervereinigung; Einrichtung des Hauptquartiers für die DLRG in der Flugzeughalle; Herrichtung des Außengeländes, Abriss des Sicherheitszaunes, Bau einer Promenade und schlussendlich der ersten modular angelegten Häuser für maritimes Gewerbe. Gesamtvolumen: Knapp 8 Millionen Euro, davon allein 560 000 Euro für den Bau der DLRG-Station.

So weit, so gut. „Das bauliche Konzept ist einvernehmlich mit uns entwickelt geworden und sehr anspruchsvoll, finden wir“, lobte Peter Schroeders, Chef der Flensburger Stadtplanung, um sodann den großen Haken an der Sache aufzuzeigen. „Über das bauliche Nutzungskonzept gibt’s Konsens – nicht über die Konditionen.“

Hartmann und später auch Mittelstraß hatten es in ihren Beiträgen klipp und klar benannt: Zu den Bedingungen der Stadt – Herstellung der öffentlichen Flächen, Subventionierung von Uni und DLRG, keine zusätzlichen Kosten für die Stadt, Höchstpacht auch auf nicht genutzte Grundstücksteile, kein Rückkauf von Gebäuden nach Ablauf der Pacht – ist das Projekt nicht zu wirtschaftlich tragfähigen Bedingungen zu stemmen, weil die Gewerbemieten exorbitant steigen. Und zwar um mehr als das Doppelte, wie Schroeders bemerkte. „Die Konditionen liegen aktuell bei 6 Euro pro Quadratmeter, nach Fertigstellung bei 13 Euro. Wir müssen uns darüber unterhalten, wie wir dieses Delta schließen.“

Mittelstraß hatte eine Reihe von Vorschlägen wie sich das machen ließe und damit die Themen der weiteren Verhandlungen gesetzt. Beispielsweise, indem die Verpächterin die Zinsberechnung auf die gewerblich genutzte Fläche begrenzt; beispielsweise, indem sie die Grundstückspflege dem TBZ überträgt oder dem Investor gutschreibt; beispielsweise indem sie die Gebäude nach Ablauf des Pachtvertrags zum Restwert zurück kauft. „Aus kaufmännischer Sicht müssten wir vor diesem Hintergrund sonst alles so errichten, dass es zwei Tage nach Pachtende zusammenbricht. Das ist doch irrsinnig“, meinte Mittelstraß. Die Vorschläge werden den Arbeitskreis die nächsten drei Monate noch beschäftigen, meinte der Ausschussvorsitzende Axel Kohrt. Dann hofft er, mit einer Vorlage vor den Rat treten zu können.

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