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Ostufer : Fahrensodde - Küstenprojekt auf der Kriechspur

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Ratspolitiker sind enttäuscht. Das Maritime Dienstleistungszentrum am Strand zwischen Marineschule und Solitüde kommt nicht voran.

Als am 8. Januar im Flensburger Rat nach zweieinhalbjährigem Tauziehen und sehr hitzigen Debatten der Vorhaben bezogene Bebauungsplan „Maritimes Dienstleistungszentrum Fahrensodde“ (VB Nr. 34) endlich aufgestellt war, gab’s Standing Ovations und gegenseitiges Schulterklopfen zwischen Bürgern, Politikern und Verwaltung. Auf der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses war die Stimmung deutlich ruhiger. Ein Sachstandsbericht zum Fortschritt des Projektes im nicht-öffentlichen Teil offenbarte: Das Projekt eines von den gegenwärtigen Nutzern des ehemaligen Dasa-Geländes rund um die alte Flugzeugwerft betriebenen Maritimen Dienstleistungszentrums ist ins Stocken geraten.

Mathias Hartmann, Geschäftsführer der Firma Dantronik, die als Hauptmieterin und Lokomotive das Projekt zu stemmen versucht, musste vor enttäuschten Politikern einräumen, dass das Projekt noch nicht richtig aus den Startlöchern gekommen ist. Weder gibt es den für März dieses Jahres angepeilten Pachtvertrag, noch ist die schimmelnde Mittelbaracke abgerissen, noch mit der Anlage eines unbefestigten Promenadenweges begonnen worden. Es seien in der Tat ein paar Probleme zu lösen, räumte Hartmann ein. „Und dazu brauchen wir die Hilfe der Politik.“

Wie der Dantronik-Mann hält man sich auch dort wegen der Nicht-Öffentlichkeit dieser Sitzung sehr bedeckt. Axel Kohrt (SPD), Ausschussvorsitzender, teilt auf Anfrage mit, die Politik habe sich eine vierwöchige Denkpause genommen. „Wir haben uns den Bericht von Herrn Hartmann angehört und werden seine Argumentation in den Fraktionen diskutieren.“ Auch sein Stellvertreter Arne Rüstemeier (CDU) möchte das Gehörte lieber erst einmal etwas sacken lassen. Auch er verweist auf einen im Januar mitbeschlossenen Zeitplan. Für Rüstemeier ist es jetzt vordringlich zu klären, ob angesichts der Differenz zwischen Plan und Ist-Zustand die Politik womöglich nachsteuern muss. Erneuten grundsätzlichen Diskussionsbedarf sieht er nicht heraufziehen. „Die Verwaltung wartet auf die Politik, und ich für meinen Teil“, so Rüstemeier, „möchte lieber eine Lösung für als einen weiteren Streit um Fahrensodde.“

Mathias Hartmann findet im übrigen nicht, dass das Projekt aus dem Zeitplan gefallen ist. „Das eigentliche Bauprojekt ist im Hintergrund immer weiter entwickelt worden“, gibt er zu bedenken. „Aber die beste Architektenplanung nützt wenig, wenn das Projekt nicht zu wirtschaftlich tragfähigen Bedingungen umgesetzt werden kann.“ Deshalb habe er für die Politik die Vorstellung einiger – momentan noch kritischer – Rahmenbedingungen vorgezogen, die für den Abschluss des Pachtvertrages erheblich seien. „Im Grund sind wir nur zwei Monate hinter unserem Plan“, sagt er. „Wenn man bedenkt, dass es davor 20 Jahre lang keinen halbwegs konkreten Plan für das Dasa-Gelände gab, sollte das zu verschmerzen sein.“

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erstellt am 22.Aug.2013 | 18:56 Uhr

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