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Flensburger Tageblatt

19. August 2017 | 08:18 Uhr

Wanderup : Fahrdienst für Senioren

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Freiwillige helfen Gehbehinderten in Wanderup bei Erledigungen und begleiten sie zur Amtsverwaltung. Jetzt werden weitere Helfer gesucht.

Wanderup | Klaus-Dieter Kucht fasst die 70-jährige Ursula Diedrichsen fest an die Hand, hilft ihr beim Einsteigen in das behindertengerecht ausgestattete Fahrzeug. Er wird heute derjenige sein, der den ehrenamtlichen Fahrdienst leistet und die gehbehinderte Frau zum Zahnarzt bringt. „Wie froh und dankbar bin ich, dass das immer so gut klappt, jetzt schon zum achten Mal“, strahlt Ursula Diedrichsen. Sie ist des Lobes voll über all die Ehrenamtlichen, die nach Anruf den Fahrdienst übernehmen, sie hinbringen und wieder abholen.

Vor zwei Jahren entstand die Idee eines ehrenamtlichen Seniorenfahrdienstes von Tini Nicolaisen und dem Seniorenbeirat. In einem Brief wandten sich die Mitglieder an die Bürgermeisterin Ulrike Carstens und den Sozialausschuss. „Besteht nicht die Möglichkeit, in der Gemeinde für Senioren ab dem 60. Lebensjahr und für Gehbehinderte eine Transportmöglichkeit im Ort, zum Arzt oder zu anderen öffentlichen Einrichtungen zu schaffen?“, war dort zu lesen. Peter Axelsen, Vorsitzender des Sozialausschusses, befasste sich umgehend mit der Angelegenheit. „Wir mussten ja erst mal prüfen, wie das versicherungstechnisch abgesichert und finanziell machbar sein könnte“, erinnert er sich. Vom Kreis und dem Amt erhielt er die Nachricht, dass es möglich sei, wenn alles ehrenamtlich, also ohne Bezahlung, laufen würde. Es sei kein Personenbeförderungsschein erforderlich, und auch Taxiunternehmen könnten keine Einwände dagegen erheben.

Es folgte der Aufruf im örtlichen Mitteilungsblatt, in dem freiwillige Fahrer gesucht wurden, die von Montag bis Donnerstag nach Einsatzplan bereit sind, Personen im Ort und bis zur Amtsverwaltung nach Eggebek zu fahren. „Ganz schnell hatten sich zehn Fahrer gemeldet“, sagt Klaus-Dieter Kucht, der für die Einsatzplanung verantwortlich ist. „Bei dieser großen Zahl war man nicht so häufig an der Reihe“, so Kucht. Leider seien durch Krankheit oder anderweitiger Verpflichtungen einige Fahrer ausgefallen, sodass nun Nachfolger gesucht werden.

Dass dieser Fahrdienst realisiert werden konnte, liegt auch an der Kooperationsbereitschaft von Robert Koch, Heimleiter der Seniorenwohnanlage „Landhaus an der Linnau“, die das Fahrzeug ohne großen bürokratischen Aufwand bereitstellt. „Das ist praktisch, unser Fahrzeug hat eine Hebebühne, ist großräumig, und bei den kurzen Touren im Ort kommen nicht so viel Kilometer zusammen“, sagt Koch. Für Peter Axelsen ist diese Unterstützung natürlich „das Glückslos, wie sollten wir es sonst regeln?“.

Damit auch die Bürger, die behindert oder anderweitig eingeschränkt sind und deshalb nicht einfach den Bus nehmen können, um in die Stadt zum Arzt oder zu Behörden kommen, mobil sind, gibt es eine weitere Hilfe. Das Taxiunternehmen Clausen aus Tarp fährt, die Nutzer bezahlen die Hälfte der Fahrt, den Rest gibt es als Gutschein von der Gemeinde. „So haben wir eine gute Regelung für unsere in der Beweglichkeit eingeschränkten Personenkreis“, so Peter Axelsen.

> Wer bereit ist, ehrenamtlich zu fahren, melde sich beim Seniorenfahrdienst, Telefon 0152-06  16  17  77.

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