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Halle auf dem Flensburger Campus : Facelifting für die Flens-Arena?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Modernisierung und Erweiterung der 17 Jahre alten Halle rückt durch ein Förderprogramm des Landes in greifbare Nähe

Steht die Flensarena vor ihrem ersten großen Facelifting? Einer der ersten Beschlüsse der neuen Jamaika-Koalition in Kiel betraf die Veranstaltungsstätten des Spitzensports in Schleswig-Holstein. 15 Millionen Euro will die Landesregierung für deren Modernisierung an Fördergeldern auf den Tisch legen. Dass die Stadt Flensburg und der Kreis Schleswig-Flensburg das mit allergrößtem Interesse verfolgen, liegt auf der Hand. Stadt und Kreis sind Besitzer der größten Veranstaltungshalle nördlich des Kanals – die Flens-Arena auf dem Campus. In der Halle gastieren Stars und Sternchen, bildet die Universität Lehrkräfte aus, ist mit der SG Flensburg-Handewitt eine europäische Spitzenmannschaft zu Haus, die von hier aus kräftig Werbung für den Norden Schleswig-Holsteins betreibt.

„Die Halle ist als Sportstätte für Profisport und Hochschulsport von überregionaler Bedeutung und passt perfekt zu den Förderkriterien des Landes“, sagt der grüne Flensburger Landtagsabgeordnete Rasmus Andresen in einer gestern verbreiteten Presseerklärung. „Flensburg kann jetzt mit Landesmitteln diese Arena modernisieren. Diese Chance sollten wir nutzen.“ Nach dem Zweitligaaufstieg des Fußballvereins Holstein Kiel, für dessen Stadion sieben Millionen Euro bereitgestellt werden, sei im Land über die Unterstützung von Sportstätten debattiert worden. „Handball ist bei uns die Nummer 1. Die SG gehört seit zwei Jahrzehnten zu den absoluten Spitzenvereinen mit hoher Reichweite und großem Imagegewinn für unsere Region“, so Andresen weiter. Damit die SG im Wettbewerb mit Vereinen, hinter denen finanzkräftige Großinvestoren stehen, wettbewerbsfähig bleiben könne, müsse die Flens-Arena modernisiert und erweitert werden. „Das wollen wir unterstützen.“

Da sagt keiner nein. Ellen Eichmeier, die als Verwaltungsjuristin Flensburg in der gemeinsamen Besitzgesellschaft vertritt, sieht Handlungsbedarf für die 17 Jahre alte Halle. „Die Modernisierung der Hallentechnik hat hohe Priorität“, sagt Eichmeier. „Den Gastronomiebereich würde heute keiner mehr so bauen. Ich denke, wir werden es auch sehr bald mit erhöhten Sicherheitsstandards für Veranstaltungshallen zu tun bekommen, und dass die SG Flensburg-Handewitt gerne eine größere Besucherkapazität hätte, steht bekanntermaßen schon länger auf der auf der Wunschliste.“

Dierk Schmäschke, Geschäftsführer der SG, hat die Diskussion mit Aufmerksamkeit verfolgt. Wie Eichmeier sieht er bei der in die Jahre gekommenen Halle – auch in Bezug auf Showveranstaltungen – Modernisierungsbedarf. „In der nächsten Saison wird jedes Pflichtspiel der SG im Fernsehen übertragen werden. Die technischen Anforderungen der Sender haben sich in den letzten zehn Jahren rasant verändert und das geht auch so weiter.“ Eine Aufstockung der aktuell 6300 Plätze in der „Hölle Nord“ steht für Schmäschke ganz klar als Top-Thema auf der Bedarfsliste. „Das nützt ja nicht nur der SG, sondern kommt auch Show- und Kulturveranstaltungen zugute. Man darf nicht außer Acht lassen, dass die Arena regional ein große Leuchtturmprojekt ist, dass viele Facetten hat.“ Auf konkrete Zahlen will sich Schmäschke nicht einlassen. Nur so viel: „Wir müssen in jeder Saison 1000 Anfragen nach Dauerkarten abweisen, weil wir nicht den Platz dafür haben.“ Und letztlich sind es die Zuschauer, die über die Konkurrenzfähigkeit der Spitzenklubs im Handball entscheiden. Die SG kann zurzeit 6300 Menschen unterbringen. Rivale Hannover-Burgdorf wird in der nächsten Saison in die TUI-Arena mit 10  000 Plätzen umziehen, auch international wird weiter aufgerüstet. Der FC Barcelona, 2014 Finalgegner beim größten Vereinserfolg der SG, baut sich eine Arena mit 12  000 Plätzen. So groß muss es in Flensburg nicht sein. Aber Schmäschke sieht das Jamaika-Angebot als Riesenchance.

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erstellt am 21.Jul.2017 | 06:57 Uhr

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