Flensburg : Faber mischt die Karten neu

Umbau geplant: 'Optimierung der Verwaltungsstruktur' nennt Oberbürgermeister Faber die Reform. Foto: Michael Staudt
Umbau geplant: "Optimierung der Verwaltungsstruktur" nennt Oberbürgermeister Faber die Reform. Foto: Michael Staudt

"Optimierung der Verwaltungsstruktur" lautet das Stichwort: Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber plant einen Umbau der Stadtverwaltung. Das Ziel: neue Potenziale erschließen.

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09. November 2011, 10:15 Uhr

flensburg | Mit einem "strategischen und kontaktfreudigen Think-Tank" möchte Oberbürgermeister Simon Faber die Stadt Flensburg in die Zukunft führen. Zum Jahreswechsel soll eine runderneuerte Struktur der Stadtverwaltung greifen, die Faber am Dienstag sowohl der Rathaus-Belegschaft als auch der Politik und der Öffentlichkeit vorstellte. Kernpunkt ist eine Aufwertung der beiden bisherigen Fachbereiche 4 (Umwelt, Planen, Stadtentwicklung) und 6 (Kommunale Immobilien) sowie eine Rochade der beiden Fachbereichsleiter.
Peter Schroeders, bisher Leiter der Kommunalen Immobilien, ist der neue starke Mann an Fabers Seite. Sein neuer Fachbereich heißt "Entwicklung und Innovation", wird vom Ballast des "Tagesgeschäfts" in Form des Bauordnungsamtes befreit, bindet das Kulturbüro ein und bekommt eine neue Schlüsselstelle für den Bereich Wirtschaft, Tourismus und Stadtmarketing. Auch das Sekretariat Sonderburg 2017 gehört dazu; für Faber und Schroeders gehören Stadtentwicklung und Kultur, Wirtschaft und Tourismus untrennbar zusammen. Die Zeiten, in denen Stadtplanung vor allem Bauen bedeutete, sind damit vorbei.
Neuer Fachbereich Zentrale Dienste
"Alle Felder, auf denen es uns gelingen muss, neue Kraft zu entwickeln und neue Potenziale zu erschließen, um den Standort attraktiver zu machen, sind hier dicht beieinander", so Oberbürgermeister Faber. "Zukünftig erwarte ich weniger hierarchisches Denken, sondern mehr Interaktion, damit dieser Fachbereich zum Motor der Stadtentwicklung werden kann." Schroeders sieht in Fabers Plänen einen "neuen, hochmodernen, spannenden Ansatz der Stadtentwicklung". Flensburg sei eine Stadt mit "enormer urbaner Qualität", die man nun profilieren und weiter nach vorn bringen müsse.
Aus dem Fachbereich Kommunale Immobilien wird "Vermögen und Beteiligungen"; unter der neuen Leitung von Michael Draeger sollen die städtischen Beteiligungen besser gesteuert werden und es soll eine dynamische Akquise aufgebaut werden, um künftig besser auf die Fördertöpfe in Berlin und Brüssel zugreifen zu können.
Faber: Haushaltskonsolidierung steht nach wie vor "über allem"
Neben der Bauordnung wird auch der Bereich Natur- und Umweltschutz aus Schroeders neuem "Think-Tank" ausgegliedert und dem Fachbereich Bürgerservice, Schutz und Ordnung zugeordnet. Der Bereich Jugend, Soziales, Gesundheit bleibt in seinem Zuschnitt erhalten. Das Kulturbüro wird aus dem Fachbereich Bildung, Sport und Kultureinrichtungen aus- und in den Bereich Entwicklung und Innovation eingegliedert. Dazu kommt der neue Fachbereich Zentrale Dienste, zu dem dann auch die Informationstechnik gehören wird.
Veränderung gibt es auch an der Spitze des Rathauses. Nach dem Ausscheiden des Zweiten Bürgermeisters Jochen Barckmann im Mai 2012 wachsen die Aufgaben von Bürgermeister Henning Brüggemann, der mit Faber ein Führungsduo mit gegenseitiger Vertretung bildet, mit ihm in den 13. Stock zieht und dort ein Vorzimmer teilt und künftig gegenüber allen Fachbereichen weisungsbefugt ist.
Faber betonte aber auch, dass die Haushaltskonsolidierung nach wie vor "über allem" stehe und "in Zeiten der kritischen Lage der öffentlichen Haushalte unser oberstes Augenmerk haben muss". Daneben sei jedoch "eine starke Entwicklung der Stadt von allerhöchster Bedeutung".

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