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Plädoyer fürs Landestheater : Faber fordert Gedankenfreiheit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In Rede zum Landestheater vor Kommunalpolitikern ermutigt Flensburgs Oberbürgermeister zu Strukturveränderung und offenem Strategieprozess.

Es gehe nicht um Flensburg, sondern um das Landestheater, sagte Edgar Möller (SSW) und brachte damit gestern die Debatte über „Leitgedanken für ein nachhaltig stabiles Theater in Flensburg und im Norden Schleswig-Holsteins“ gen Ende hin auf den Punkt. Um zu verdeutlichen, dass die Zukunft des Landestheaters „nicht nur eine Frage der Finanzierung“ sei, sondern auch eine „kulturelle“, tagten Haupt- und Kulturausschuss gemeinsam im Flensburger Rathaus. Der Beschlussvorlage voraus ging eine Rede Simon Fabers. Der Flensburger Oberbürgermeister formulierte vier Leitgedanken, darunter die Forderung ans Theater als Akteur in der Fläche und vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels, sich flexibler an örtliche und saisonale Bedürfnisse anzupassen. So wären etwa sommerliche Theaterfestivals auf den Inseln oder auch ein „Musikdampfer zwischen Alsion und Hafen“ eine Analyse wert, regte Faber an. Auch verstärkte Kooperationen sprach er an und nannte Lübeck als Beispiel.

Während Konsens der Mitglieder beider Ausschüsse über die Leitgedanken zu herrschen schien, waren die Kommunalpolitiker uneins über die konkrete Nennung mehrerer Szenarien.

Frank Markus Döring (CDU) gab zu bedenken, dass Flensburg nicht alleiniger Gesellschafter sei und forderte: „Wir sollten so formulieren, dass die anderen das mittragen können.“ Während er die Beschreibung von Zielen begrüßte, disqualifizierte er das Vorschreiben von denkbaren Szenarien als „Bevormundung einer Strategie-Arbeitsgruppe“. Döring ergänzte als fünften Leitgedanken das Ziel, der „Stärkung des Landestheaters als Ort kultureller Bildung“, das schließlich einstimmig Zustimmung fand.

Auch der Sozialdemokrat Matthias Domke, der derzeit dem Aufsichtsrat der GmbH vorsitzt, unterstrich beredt, dass Flensburg nicht glauben dürfe, der einzige Akteur zu sein, der sich Gedanken über die Zukunft des Landestheaters mache. Die übrigen seien es leid, dass ihnen dieser Weg und sonst keiner vorgeschrieben würde, während sie sehr wohl einen Strategieprozess befürworteten. Der guten Kommunikationskultur willen plädierte Domke dafür, missverständliche Ansagen zu vermeiden und eine offene Debatte anzubahnen. „Eine dritte Sitzung ohne einen Inhalt können wir uns nicht leisten.“

Nach anfänglichem Widerstand fügte sich auch Erika Vollmer (WiF) dem Vorschlag, auf die Nennung konkreter Szenarien – etwa zukünftige Sparten betreffend – zu verzichten.

Der geänderte Antrag berücksichtigte zudem die Zeitnot, auf die Generalintendant Peter Grisebach wiederholt hingewiesen hatte, indem eine „zeitnahe Entscheidung“ an den Strategieprozess geknüpft wurde. Die Bereitschaft der Geschäftsführung und Gesellschafterversammlung zum Strategieprozess mit externer Begleitung sei längst „gesetzt“, erinnerte Faber – wie auch die Einladung an die Landesregierung, sich zu beteiligen. Beide Ausschüsse stimmten der Vorlage einstimmig zu.

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