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Langsames Internet beim Arbeiter-Bauverein : FAB-Mieter genervt von Totalausfall

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Anbieter spricht von etwa 100 betroffenen Kunden – „Fehler inzwischen behoben“

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2017 | 06:21 Uhr

Die letzten Wochen waren für Familie Breinich alles andere als vergnüglich. Nicht nur wegen des Wetters, aber auch deswegen. Denn bei Regen zieht sich der Mensch aus der unwirtlichen Natur gern in die eigenen vier Wände zurück. Dort wartet in aller Regel ein flotter Internet-Anschluss.

Doch wenn Andreas Breinich einen Netflix-Streifen streamen oder sein Sohn sich einem Online-Spiel widmen wollte, ruckelten die Bilder bedenklich. Beides zusammen war gar ein Ding der Unmöglichkeit. „Die Geschwindigkeit reichte einfach nicht aus“, beklagt der Familienvater. „Bei weitem nicht!“

Höhepunkt war das Osterfest. Da legte FAB.net den Mietern ein richtig faules Ei ins Nest. Ab Karfreitag ging fast gar nichts mehr. „Ein Totalausfall“, bringt Breinich das Malheur auf den Punkt.

Doch was wäre ein Provider ohne eine Hotline? Dachte sich Breinich und rief erwartungsfroh an. Ein glatter Fehlschlag. Denn der Kundenservice von FAB.net ist lediglich montags bis freitags bis 19 Uhr telefonisch erreichbar. Am Wochenende und Feiertagen mithin gar nicht. „Ein Unding“, schimpft Andreas Breinich. Denn die Störungen treten vorzugsweise in den Abendstunden und an Wochenenden auf. „Zu Problemzeiten“, so der verärgerte Kunde, „wird man also allein gelassen.“

Mehrfach schon waren bei ihm Techniker zu Gast. Bewirkt haben sie nichts. Leidtragende sind nicht nur seine Nachbarn am Kiefernweg, sondern auch FAB-Mieter im Bereich Sandberg und Kanzleistraße („Auf der Canceley). Das zeigt eine rege Diskussion in einem just gegründeten Internet-Forum, in dem sich Betroffene zusammengeschlossen haben.

„Vielleicht können wir zusammen mehr erreichen“, hofft Breinich, der bereits auf einen ansehnlichen Schriftwechsel mit seinem Vermieter zurückblicken kann. Die letzte Rechnung für Internet und Telefonie (ca. 38 Euro für 50 Mbit/s) hat er prophylaktisch storniert.

Ulf Mommsen kann die Nöte der Mieter nachvollziehen. „Uns ist bekannt, dass es gerade zu Ostern Probleme gegeben hat“, räumt der FAB-Prokurist ein, „unser Dienstleister arbeitet mit Hochdruck daran.“ 2500 Wohnungen finden sich im Bestand der traditionsreichen Wohnungsbaugenossenschaft, etwa ein Drittel davon nutzt laut Mommsen das Internet-Angebot, das von „net services“ bereitgestellt wird. „Das läuft“, so Mommsen, „im Großen und Ganzen auch stabil. Allerdings erfordern immer höhere Geschwindigkeiten auch permanente Nachrüstungen.“

Ein Wechsel zu einem anderen Provider (außer zu Kabel Deutschland) ist in den Bestandswohnungen des FAB durchaus möglich. Im Neubaugebiet „An der Canceley“,wo sich die Probleme häufen, jedoch nicht. Mommsen verspricht Besserung – auch bei der Erreichbarkeit des Notdienstes. „Das kann nicht unser Anspruch sein.“

Und was ist der Anspruch des FAB-Dienstleisters „net services“, einem „Breitband-Kompetenz-Zentrum“ an der Lise-Meitner-Straße? Knapp 100 Kunden seien betroffen gewesen, heißt es von dort. Inzwischen jedoch habe man alle Einschränkungen beseitigen können. „In einem der Systeme wurde ein schleichender Softwarefehler festgestellt, dessen Verhalten wir unter besondere Beobachtung gestellt haben“, erklärt Teamleiterin Inga Lassen. Es habe jedoch keine allgemeine Störung vorgelegen.

Auffälligkeiten bei der Bandbreite, so empfiehlt sie , sollten bei FAB.net umgehend gemeldet werden, damit der Anschluss im Einzelnen überprüft werden könne. Sollte eine Störungsmeldung nach 19 Uhr eingehen, werde diese ab dem nächsten Werktag direkt bearbeitet. Andreas Breinich indes möchte nicht länger warten. Er hat seinen Vertrag gekündigt.


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