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125 Jahre Fachschule Technik und Gestaltung : Experten für die Windernte

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gefragte Spezialisten: Die Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker für Windenergie wird in Flensburg an der Fachschule für Technik und Gestaltung angeboten.

Flensburg | Vor 125 Jahren wurde die Werkkunstschule Flensburg vom Möbeltischler und Bildschnitzer Heinrich Sauermann gegründet. Heute ist sie als Fachschule für Technik und Gestaltung Teil der Eckener-Schule. Zum Jubiläum stellt das Tageblatt in einer Serie die Bildungsgänge der Einrichtung vor.Heute: Windenergietechnik.

Im Rekordjahr 2014 wurden in Schleswig Holstein über 450 neue Windenergieanlagen installiert. Damit stieg die Gesamtzahl der Anlagen in unserem Bundesland auf über 3200. Mit einer installierten Gesamtleistung von mehr als 5000 Megawatt entspricht dies der Leistung von rund vier Atomkraftwerken. Doch 3200 Windenergieanlagen sorgen nicht nur für saubere elektrische Energie für rund 75 Prozent aller Haushalte in Schleswig Holstein, sondern auch für viel Arbeit. Neben Planung, Bau und Installation muss vor allem der 20-jährige Betrieb der Anlagen sichergestellt werden. Eine Aufgabe für Servicemonteure im Feld, aber auch für die zentrale Betriebsführung bei spezialisierten Dienstleistern der Windenergiebranche und damit für die Staatlich geprüften Techniker für Windenergietechnik aus Flensburg.

Die Betriebsführung von mehr als 50 Windenergieanlagen in fünf Windenergieparks ist die Aufgabe von Jan Arne Panten, Absolvent der Fachschule für Technik und Gestaltung. Bei der Denker & Wulf AG in Sehestedt überwacht Jan Arne Panten den Status seiner Windenergieparks, reagiert auf Warn- und Stillstandsmeldungen, koordiniert die Arbeit von Fremdfirmen im Park und kümmert sich um die kaufmännische Abwicklung von Einspeisemanagement-Anforderungen seiner Windenergieanlagen durch die Netzbetreiber. „Um die Übertragungsnetze vor Überlast zu schützen, werden bei Netz-Engpässen Windenergieanlagen vom Netz genommen. Den Produktionsausfall vergüten die Netzbetreiber, jedoch muss dieser zunächst in einem umfangreichen Verfahren ermittelt werden.“ In die Berechnung fließen Windmesswerte, technische Daten der Windenergieanlagen sowie der Netzbetreiber mit ein. „Im Unterricht an der Fachschule haben wir viel mit Tabellenkalkulationssoftware gearbeitet, dies kommt mir hier sehr zu gute“, so Panten, der vor seiner zweijährigen Aufstiegsfortbildung zum Staatlich geprüften Techniker eine Ausbildung zum Energieelektroniker bei einem Energieversorger absolviert hat.

Die Kombination aus beruflicher Erstausbildung, Aufstiegsfortbildung an der Fachschule für Technik und Gestaltung sowie der anspruchsvollen Arbeit in der Betriebsführung von Denker & Wulf haben Panten mittlerweile zu einem Experten für das Thema Einspeisemanagement werden lassen. Sogar auf Fachveranstaltungen der Windenergiebranche gibt Panten sein Wissen vor anderen Experten zum Besten. „Das Präsentieren von Arbeits- und Projektergebnissen gehörte bei der Ausbildung in Flensburg zum Tagesgeschäft.“ Hierdurch sowie durch kooperatives Lernen und selbstständiges Arbeiten an anspruchsvollen Projekten konnte die Ausbildung auf die Praxis einen Schritt weit vorbereiten. „Es ist viel zu tun, es kommen weitere Anlagen hinzu und das Thema Einspeisemanagement wird immer komplexer. Ich arbeite eng mit den Netzbetreibern zusammen und die Arbeit macht wirklich viel Spaß“, erzählt Panten.

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erstellt am 07.Aug.2015 | 16:00 Uhr

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