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Flensburger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 09:27 Uhr

Umfrage : Existenzgründer mögen das Wasser

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hafen, Innenstadt oder die Verbindung zwischen Campus und City gehören zu den gefragtesten Gründerstandorten in Flensburg. Das ergab eine Umfrage unter Wirtschaftsexperten.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Unter Federführung der Industrie- und Handelskammer ist gerade eine neue Gründerinitiative für das Zentrum Harrislees (contest.harrislee-marktplatz.de) gestartet, eine ähnliche Aktion gab es bereits in den vergangenen Jahren für die Große Straße. Das Tageblatt hat sich aus diesem Anlass bei Wirtschaftsförderern und -vertretern der Region umgehört, welche lokalen Standorte und Wirtschaftsbranchen Erfolg versprechen.

Die Wirtschaftsprofessoren Dirk Ludewig und Ilona Ebbers vom Dr.-Werner-Jackstädt-Zentrum für Unternehmertum und Mittelstand nennen ein Vorbild, von dem Flensburg sich etwas abgucken könnte: Das Alsion in Sonderborg. „Die Lage am Wasser/Hafen schafft unseres Erachtens lokale Verbundenheit bei den Gründern.“ Zudem sei das Alsion auch ein schönes Beispiel für Nutzungskombinationen (dort mit Syddansk Uni, Konzertsaal und Forscherpark mit Gründerraum). „Eine zweite Möglichkeit wäre ein campusnaher Standort. Die Nähe zu den Hochschulen ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil“, finden die Gründungsexperten. Damit kämen also zum Beispiel das Bahnhofsumfeld oder der Hafermarkt (Obere Angelburger Straße) in Frage.

Potenziale für Flensburg sehen die Gründungsforscher im Bereich „Green Economy“ als einem interessanten Wachstumsfeld. Im Bereich der Green Economy/Green Entrepreneurship arbeitet das Jackstädt-Zentrum mit der Wireg und den „grünen“ Studiengängen (etwa Energie, Umwelt, Bio- und Verfahrenstechnik) und Forschungsinstituten an beiden Hochschulen zusammen. Um die Chancen der Green Economy zu verbessern, veranstaltet das Zentrum am 26. März 2014 das „1. International Green Entrepreneurship Forum“.

Marketing-Professor Berthold Hass vom Internationalen Institut für Management (IIM) bringt einen anderen Innenstadtstandort für Gründungen im Endkundengeschäft ins Spiel: „Potenzial sähe ich hierbei in der Norderstraße – innenstadtnah, zugleich aber mit eigenem Flair & günstigeren Mietkonditionen. Dazu müssten Bausubstanz und Infrastruktur verbessert und in der Folge der Leerstand reduziert werden.“ Er kann sich Gründungen im Bereich Kunst und Kunsthandwerk vorstellen, die auch Touristen ansprechen – „gewissermaßen als Gegenpol zur Roten Straße, aber jünger, moderner“. Dies schaffe auch Impulse für die dazwischenliegende Große Straße.

Ulrich Spitzer, als IHK-Vize für Standortpolitik zuständig, bringt weitere Möglichkeiten in Stadt und Umland in Erinnerung: das Telekom-Gebäude an der Eckernförder Landstraße, das Nordic Network Center (DanRevision) in Handewitt oder in der Innenstadt die Holmpassage. Allein in Flensburg gebe es nach Auskunft von Densch & Schmidt derzeit ein Angebot an Büroflächen von rund 16 000 Quadratmetern. „Bei alldem haben wir dauerhaft die Große Straße im Blick, wo – auch unabhängig von unserer Initiative vor einiger Zeit – nach wie vor weitere Gründer willkommen sind“, so Ulrich Spitzer weiter.

Fabian Geyer vom Arbeitgeberverband hält einen weiteren Standort mitten in der Innenstadt für eine sinnvolle Ergänzung, weil damit die Stadt sichtbar nach außen zeigen könnte, dass sie für Unternehmensgründungen offen sei: „Bisher sind die Aktivitäten eher unsichtbar und weiten Teilen der Bevölkerung sowie Besuchern nicht bekannt. Niedrige Mieten und Unterstützung von Beteiligten aus der Region wären natürlich Voraussetzung.“ Geyer denkt an IT-Unternehmen, Lebensmittelentwicklung im Nischen- und Spezialitätenbereich und kleinere Online-Anbieter für maritime Waren und Zubehör.

Flensburgs Wirtschaftsförderer Olaf Krüger von der Wireg sieht ebenfalls, dass ein exponierter Standort am Wasser für Gründungen befruchtend wirken und weitere Strahlkraft entfalten könnte. Er warnt: „Vor dem Hintergrund einer insgesamt eher geringen Gründungsneigung in der Regionsollten Kanibalisierungseffekte einzelner Standorte allerdings vermieden werden.“

 

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