Brandstiftung in Flensburg : Exe-Häuser: Staatsanwaltschaft fordert elf Jahre Haft

Unbewohnbar: Der Dachstuhl der Gebäude Zur Exe 2 und 4 brannte komplett aus.
Unbewohnbar: Der Dachstuhl der Gebäude Zur Exe 2 und 4 brannte komplett aus.

Ein 49-jähriger Flensburger soll im November ein Feuer gelegt haben, um seine Ex-Freundin zu töten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, in Mordabsicht gehandelt zu haben und fordert elf Jahre Haft.

shz.de von
24. Juni 2014, 14:22 Uhr

Flensburg | Im Prozess um die Brandstiftung in einem Flensburger Mehrfamilienhaus an der Exe hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag vor dem Landgericht Flensburg eine Freiheitsstrafe von elf Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte für nicht mehr als viereinhalb Jahre Haft plädiert, wie der Vorsitzende Richter sagte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, im November vergangenen Jahres in Mordabsicht gehandelt zu haben. 27 Bewohner mussten ihre Wohnungen nahe der Flensburger Innenstadt verlassen, zwei von ihnen erlitten Rauchgasverletzungen. Das Haus und ein angrenzendes Gebäude stehen vor dem Abriss.

Die Brandstiftung hatte der 49-Jährige vor Gericht gestanden, eine Tötungsabsicht aber abgestritten. „Ich hab' das gemacht, aber ich habe keine Erklärung“, hatte der Mann im Mai gesagt. An jenem Tag im November sei er traurig gewesen und habe viel Wodka getrunken. Nach seinen Angaben hatte er die Tat nicht geplant, sondern war einfach losgefahren. Er habe aber niemanden töten oder verletzen wollen. Weder der Frau noch ihren Kindern habe er Schaden zufügen wollen.

Gegenüber einem Gutachter hatte der Mann zuvor seine persönliche Situation geschildert. Der im Südlibanon geborene 49-Jährige hatte demnach eine vom Kampf zwischen Hamas, Hisbollah und Al-Fatah geprägte Jugend erlebt und war 1990 nach Deutschland gekommen. Dort trennte er sich von seiner Frau und lebte mit der neuen Partnerin zusammen. Ihr Verhalten habe ihn jedoch „beleidigt“.

Der Angeklagte soll sich auch vor der Tat aggressiv gegenüber der früheren Partnerin gezeigt haben. Zum Zeitpunkt des Brandes liefen gegen ihn unter anderem noch Verfahren wegen Verdachts der Bedrohung, der versuchten Körperverletzung und der Sachbeschädigung. Der Vorwurf der Körperverletzung wurde in die Strafforderung der Staatsanwaltschaft miteinbezogen. Das Urteil wird am 1. Juli erwartet.

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