zur Navigation springen

Prozessbeginn in Flensburg : Exe-Häuser: Mordversuch mit Großfeuer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es war Brandstiftung. So viel scheint klar zu sein. Was die Flammen in den Eckhäusern an der Exe in Flensburg im November aber wohl vertuschen sollten, wird jetzt am Landgericht Flensburg geklärt.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2014 | 13:54 Uhr

Flensburg | Er zeigte kaum eine Regung. Der Angeklagte, der sich seit Montagmorgen vor dem Flensburger Landgericht wegen versuchten Mordes in mehreren Fällen verteidigen muss, wirkte fast schon zu gelassen als die Anklage gegen ihn im Schwurgerichtssaal vorgelesen wurde. Auch als sein Übersetzer ihm noch einmal letzte Details zu den mindestens fünf Verhandlungstagen (21. Mai, 26. Mai, 28. Mai und 5. Juni, jeweils 9.15 Uhr) ins Ohr flüsterte, mussten die zirka 15 Zuschauer vergebens auf eine Reaktion warten.

Der Fall hatte in Flensburg für Aufsehen gesorgt. 31 Mietsparteien verloren durch die Brandstiftung in den Eckhäusern Exe/Schützenkuhle im November ihr Zuhause. Alle 50 Bewohner mussten die beiden Häuser in der Nacht verlassen, verletzt wurde glücklicherweise aber niemand. Die Häuser des Selbsthilfe Bauvereins fallen nun der Abrissbirne zum Opfer, der Schaden liegt im Millionenbereich.

Zum Verhandlungsbeginn am Montagmorgen verlas die Staatsanwaltschaft lediglich die Anklageschrift. Darin wird dem Angeklagten versuchter Mord vorgeworfen: er soll seine damalige Lebensgefährtin und deren Schwester im September aus Eifersucht mit einem Beil und einer Pistole attackiert und verletzt haben. Drei Monate später soll der 49-Jährige Benzin vor der Haustür und im Dachstuhl ausgeschüttet und angezündet haben. Während seiner Taten sei er sich zu jedem Zeitpunkt bewusst gewesen, dass er die Gesundheit anderer Bewohner gefährde, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die darauf folgende Belehrung des Angeklagten sorgte nur beim Übersetzer für Aufregung, der dem 49-Jährigen noch einmal sein Recht zur Nichtaussage verdeutlichte. Gebrauch davon machen will er aber nicht. Stattdessen erklärte sein Anwalt, dass man bereits eine schriftliche Aussage verfasst habe, die beim nächsten Verhandlungstag am Mittwoch, 21. Mai, vorgetragen werde.

Eine kurze Nachfrage bei seinem Anwalt war die einzige Äußerung, die der Angeklagte am Montag machte. Den anwesenden Zuschauern war jedoch schon klar, dass sich die Beteiligten wohl auf lange Verhandlungstage einstellen können. Denn der Anwalt des Angeklagten ließ bereits durchblicken, dass die vorgefertigte Erklärung etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen werde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert