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Sportverein : ETSV Weiche feiert Jahr der Rekorde

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Noch nie zählte der Verein so viele Mitglieder. Stadt ist stolz auf ihr erfolgreichstes Fußballteam. Stadion-Anlage wird im Sommer erweitert.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 07:24 Uhr

flensburg | In Weiche - wo sonst - werden kleine Wunder im Leistungs- und Breitensport gelebt. Noch nie spielte eine Fußballmannschaft in der Region so hochklassig wie derzeit die Erste des ETSV in der vierten Liga. Mit knapp 900 zählte der Traditionsverein noch nie so viele Mitglieder wie in diesem Jahr. Freude und Stolz über beide positiven Entwicklungen sind vom ersten Moment an spürbar bei der bestens besuchten Jahreshauptversammlung des Eisenbahner- und Turnsportvereins am Montag Abend im Sportheim Weiche.

"Mitgliedermangel zwingt immer mehr Vereine zum Aufgeben, besonders die Jugendlichen laufen den Clubs davon - das ist in Weiche komplett anders", sagte Vorsitzender Hans-Ludwig Suhr zur Begrüßung. Die klare Mehrheit der ETSV-Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. "Damit leistet der Verein einen großen Beitrag zur Aufwertung der sozialen und gesellschaftlichen Lebensqualität eines Stadtteils, der früher zu den unbeliebten Wohnvierteln zählte", sagte Ehrenvorsitzender Manfred Werner - und löste anerkennendes Kopfnicken bei den Vertretern der Stadt aus. Unter ihnen Jochen Haut, Vorsitzender des Sport- und Bildungsausschusses. "Hier wurde und wird Außergewöhnliches geleistet. Mit großer Freude blickt die Stadt auf den Weicher Fußball-Erfolg. Schrecklich aber, dass die Zuschauer dafür abgezäunt werden mussten", sagte Haut.

120 000 Euro mussten kurzfristig mobilisiert werden, um die Auflagen der vierten Liga zu erfüllen. Weitere große Investitionen stehen nun an. In zwei Monaten beginnt der Bau von zwei neuen Umkleiden und Duschen, eines Schiedsrichterraumes und einer Behindertengerechten Toilette. "Die Investitionen ins Stadion haben sich gelohnt. Die Stadt will und wird den Verein auch künftig unterstützen", sicherte Haut zu. Der Sportverband Flensburg will laut Werner Heidorn durch die Erstellung einer Bedarfsanalyse für Fußballtrainings- und Spielplätze sehen, was er für den ETSV tun kann. "Mangelhaft" bleiben laut Suhr die Trainingsbedingungen jenseits der Umkleiden im Manfred-Werner Stadion. Nur zwei Plätze für die Erste und 15 weitere Teams sowie den Schulsport. Ein C-Platz, am besten mit Kunstrasen belegt, müsse her, um zu verhindern, dass drei Teams gleichzeitig auf Sand trainieren müssten, darunter auch die Erste. "In diesem Bereich sind wir Tabellenletzter", beklagte Suhr. Die Folge sind teure Trainingsausflüge über die Wintermonate nach Dänemark.

Trotz der Fußball-Erfolge - das zweite Team steht vor dem Aufstieg in die Verbandsliga - bleibt Turnen und Gymnastik die größte Sparte. Bundesweites Aufsehen wecken die Weicher auch mit ihren erfolgreichen Judokas, von denen einige weit entfernt von Flensburg in Bundesliga-Teams antreten. Zu den während der Sitzung Ausgezeichneten dieser Sparte zählen der Deutsche Meister Dennis Derkowski, der vorzeitig die Silberne Ehrennadel bekam, und Gerhard Krech, der auch mit 87 Jahren die unentbehrliche gute Seele der Weicher Judokas ist. Mit dem Power-Lifting- Könner Herbert Kummer hat der ETSV auch den amtierenden Deutschen Meister im Kraft-Dreikampf in seinen Reihen. Gefeiert für 40-jährige Treue wurden die Weicher Fußball-Ikone Uwe Albrozeit, Altliga-Kicker Günter Meier und Schatzmeister Karl Carstensen, der wie fünf weitere Vorstandsmitglieder einstimmig wieder gewählt wurde. Mit seinem Team betreibt er auch das Vereinsheim und zusammen mit Mäzen Harald Uhr ist er Geschäftsführer der GmbH, durch die die Erste finanziell ausgegliedert wurde. 51 Prozent der Gesellschaft hält der ETSV, 49 Prozent Harald Uhr. Diesem dankte Vorsitzender Suhr für sein "herausragendes Engagement". Wie auch "Manni" Werner, der den "Förder- und Marketingpool" gegründet habe, der für die neue Saison schon eine beachtliche Summe mobilisiert habe. Der Etat der Ersten belaufe sich nun auf eine sechsstellige Summe mit einer Vier am Anfang. "Das Wunder, dass dieser dörfliche Verein im Fußball die Nummer eins in Flensburg und die Nummer zwei im Land ist, kann weiter gelebt werden", freute sich Suhr. Das gibt es wohl nur in Weiche - wo sonst.

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