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Neugestaltung Flensburg-Duburg : „Es wird hier Staus ohne Ende geben!“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Anlieger der Bergstraße sind gegen das geplante Verkehrskonzept und befürchten Unfallschwerpunkt.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2016 | 07:16 Uhr

Mit guten Ideen, kreativen Plänen und viel Geld soll das alte Wohnquartier Duburg aufgewertet werden (wir berichteten). Doch das damit verbundene Verkehrskonzept stößt nicht überall auf Begeisterung. So regt sich in der Bergstraße Widerstand gegen den Plan, hier die Einbahnregelung umzudrehen und die Bergstraße nur noch als Ausfahrt-Straße zu nutzen.

Reimer Ebel ist ein Duburger Urgestein und wohnt im Hinterhaus Bergstraße 8. Er befürchtet, dass sich durch die neue Regelung an der künftigen Einmündung der Bergstraße in den Burgplatz ein Unfallschwerpunkt ergeben wird. Durch die getakteten Ampeln am oberen Ende der Toosbüystraße und an der Knuthstraße (Diako) ergebe sich ein nahezu ständig fließender Verkehrsstrom Richtung Burgplatz. In den müssen sich Autofahrer, die aus der Bergstraße kommen, einfädeln. „Es stehen oft Lkw im Blickfeld, die Waren für den Laden an der Ecke bringen“, so Ebel – so auch beim Ortstermin gestern vormittag. „Das gibt hier Staus ohne Ende!“ Außerdem würde der Verkehr in der Bergstraße zunehmen, weil zusätzlich die Einbahnregelung in der Knappenstraße umgedreht werden soll. „Dadurch kommt noch ein Teil der Verkehrs aus der Burgstraße hier rüber“, befürchtet Ebel.

Grundlage für die Pläne der Stadtsanierer ist ein Verkehrsgutachten, dass externe Experten 2015 erstellt haben. Eine Einfahrt ins Quartier soll nur noch von der Duburger Straße aus über die Ritter- und die Schloßstraße erfolgen, die Ausfahrt Richtung Burgplatz über Berg- und Burgstraße. Die Fahrbahnen sollen auf 3,80 Meter reduziert, die Fußwege entsprechend verbreitert werden. Durch die Anordnung der Stellplätze können die meisten Straßen nur noch als Einbahnstraßen genutzt werden. Schon im Frühjahr 2017 soll mit dem Bau begonnen werden.

„Wir haben auch über die Einmündung der Bergstraße gesprochen“, sagt Markus Pahl, Geschäftsführer der zuständigen Gesellschaft für Stadterneuerung. Man überlege eine Lösung durch eine Änderung der Ampeltaktung an Knuth- und Toosbüystraße oder durch Installation einer eigenen Ampel an der Einmündung der Bergstraße in den Burgplatz.

Reimer Ebel, der die Erneuerungspläne für das Quartier grundsätzlich begrüßt, wirbt dafür, den Parkplatz-Suchverkehr zu begrenzen. „Hier fahren zum Beispiel regelmäßige Besucher von Langzeit-Patienten der Diako rein, die die Parkhaus-Gebühren nicht zahlen wollen oder können“, hat er beobachtet. Vielleicht wäre es eine Idee, sinniert er, den Bunker unter der Wirtschaftsschule am Schlosswall zu einer Tiefgarage zu machen. Die Anfahrt müsste allerdings über den Rummelgang erfolgen. Damit Autofahrer eher außerhalb des Quartiers parken, könne er sich auch vorstellen, einen Teil der Grünflächen an der Agentur für Arbeit als Parkplatz zu nutzen. Für das Parkhaus der Diako wünsche er sich eine andere Preisgestaltung, damit auch häufige Besucher es sich leisten können.

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