Parkdruck an der Fördepromenade : Es wird eng in Sonwik

Im Bereich gen Westen kann man (noch) uneingeschränkt sein Auto abstellen. Danach ist die Parkscheibe Pflicht.
Im Bereich gen Westen kann man (noch) uneingeschränkt sein Auto abstellen. Danach ist die Parkscheibe Pflicht.

Geschäftsleute, Segler sowie Spaziergänger buhlen um die besten Plätze – und der Yacht-Service lässt 50 Parkplätze für seine Kunden absperren

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31. August 2017, 06:26 Uhr

Sonwik in diesen Tagen: Bereits am Vormittag stehen die Autos dicht an dicht. Die sechs Parkbuchten am westlichen Ende der Fördepromenade sind voll belegt. 60 Fahrzeuge finden hier kostenlos Platz, sie kommen überwiegend nicht aus Flensburg, sondern aus Hamburg, Niedersachsen, Süddeutschland oder aus dem Ausland. Auch Wohnmobile sind gelegentlich dabei.

Daneben eine Reihe von elf bis zwölf Pkw, in diesem Bereich ist das Parken vier Stunden lang erlaubt, eine Parkscheibe ist Pflicht. Auch hier kein einziger freier Platz. In Richtung Osten schließen sich etwa 120 Kurzzeitparkplätze (maximal zwei Stunden) an, Behindertenparkplätze inklusive. Laut TBZ sind davon nur etwa 40 öffentlich. In diesem langgestreckten Bereich gibt es wenige Lücken, einige Stellplätze sind von Anliegerfirmen angemietet. Zum Beispiel von der Werbeagentur „Hochzwei“.

Deren Chef Timo Klass würde für seine 50 Mitarbeiter gern noch weitere Flächen anmieten. „Für sie ist es nicht einfach“, sagt er. „Einige kommen deshalb mit dem Fahrrad, Bus oder sogar Tretroller.“ Er wünsche sich für die Gewerbetreibenden in der Woche weitere Möglichkeiten – „eine Art Anwohnerparken“. Am Sonnabenden und Sonntagen gibt es keine Beschränkungen. „Aber dann ist alles von Touristen zugeparkt.“

Die Situation könnte sich weiter verschärfen. Denn der Flensburger Yacht-Service beabsichtigt, fünf von ihm seit Jahren schon gepachtete Parkbuchten demnächst abzusperren. 50 Stellplätze sind betroffen, die dann Spaziergängern, Restaurantbesuchern oder Kunden der Geschäfte, die dort mangels Alternativen ausgewichen sind, nicht mehr länger zur Verfügung stünden.

Hinweiszettel, auf denen diese Pläne erläutert sind, werden derzeit fleißig verteilt. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass es sich nicht um öffentlichen Parkraum handele. Fahrzeuge müssten entfernt werden, weil sie ausschließlich Kunden, also „Hafennutzer“ wie etwa die Segler gedacht seien. Die Marina verfügt über 370 Liegeplätze. Die Hafenflächen befinden sich im Eigentum der Sonwik-Investorengruppe, bestehend aus Bauplan Nord, IGA-Haus und Densch & Schmidt.

Ein zuständiger Mitarbeiter erklärte, dass die Plätze von Kurzparkern regelmäßig fremdgenutzt würden. „Kunden haben sich darüber beschwert, so dass wir reagieren mussten.“ Absperrpfosten an drei Parkbuchten hat der Yacht Service bereits installieren lassen, innerhalb des nächsten Monats werden voraussichtlich Ketten angebracht und entsprechende Schilder aufgestellt.

Ein weitere Verkehrsbelastung ist durch das derzeit entstehende Hotel „James“ am Ende der Mole zu befürchten. Zwar sollen die Gäste ihre Vehikel in einem Parkhaus unterbringen können, doch Besucher, Gäste des Restaurants oder Nutzer der Wellness-Angebote werden ebenso nach Abstellmöglichkeiten suchen.

Roland Geißler, der mit seinem Hund seit Jahren regelmäßig auf der Fördepromenade spazieren geht, betrachtet die Entwicklung mit Sorge. „Privatparker werden hier bald keine Chance haben, etwas zu finden.“

In der Not geht der eine oder andere dazu über, die Parkscheibe alle zwei Stunden einfach weiterzudrehen. Doch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind auch nicht auf den Kopf gefallen. Sollte ein Autofahrer dabei ertappt werden, ohne seine Fahrzeug umzuparken, wird ein erhöhtes Bußgeld verlangt. Ein Gastronomie-Mitarbeiter erzählt, 30 Euro seien so fällig geworden. Wer die Parkscheibe gar nicht erst auf das Armaturenbrett legt, zahlt dagegen „nur“ zehn Euro.

Kontrolliert werde manchmal mehrfach am Tag, sagt ein Anwohner aus einem der Zwillingstürme. Auch er beobachtet den wachsenden Parkdruck, besonders in den Sommermonaten, sehr genau. „Die Probleme werden immer größer.“ Er dabei spricht nicht von sich, sondern im Sinne der Besucher. Eigentümer der Immobilien wie er verfügen über einen sicheren Stellplatz in der rückwärtigen Parkpalette. „Da haben wir keine Sorgen.“

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