Marineschule Flensburg-Mürwik : „Es werden wieder mehr Soldaten kommen“

Der Türöffner: Gastgeber Stephan Annighöfer bittet die im Foyer wartenden Besucher in den Remter.
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Der Türöffner: Gastgeber Stephan Annighöfer bittet die im Foyer wartenden Besucher in den Remter.

Jahresempfang des Standortältesten: „Strukturen der Bundeswehr müssen stabiler und robuster werden“

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21. Februar 2017, 17:01 Uhr

„Die allgemeine Sicherheitslage hat sich geändert“, sagte Kapitän zur See Stephan Annighöfer, Standortältester des Bundeswehr-Standorts Flensburg-Glücksburg, gestern bei seinem Jahresempfang im Remter der Marineschule. Die Strukturen der Bundeswehr müssten „robuster und stabiler“ werden, dafür benötige sie mehr Personal. Und dann sagte er, an seine Gäste aus Bundeswehr und Zivilgesellschaft gewandt: „Es werden wieder mehr Soldaten nach Flensburg kommen.“ Genauer konnte oder wollte Annighöfer nicht werden: „Es wird eine erkleckliche Zahl sein.“ Schon jetzt besuchen 3500 Soldaten die Lehrgänge der Schule Strategische Aufklärung, 1500 seien es an der Marineschule.

Annighöfer, im „Hauptamt“ stellvertretender Kommandeur der Marineschule, hat die Aufgabe des Standortältesten kommissarisch übernommen; eine dauerhafte Besetzung dieses besonderen Postens würden der Kommandeur der Schule, Schönbach, und der Kommandeur der Schule Strategische Aufklärung, Michel, vornehmen. Annighöfer würdigte seinen Amtsvorgänger Manfred Saust, der „wie ein Löwe“ für den Erhalt des Erbsensuppenausschanks der Bundeswehr gekämpft habe. Der habe Ende 2016 einen Reinerlös von 27  000 Euro erbracht, der für ein dickes Bündel gemeinnütziger Zwecke ausgegeben werde.

Eigentlich habe die Summe 29  500 Euro betragen, fügte Annighöfer nach kurzer Pause hinzu. Man habe sich geeinigt, 2500 Euro quasi als Vorababzug an ein besonderes Projekt zu geben. Soldaten, die aus dem Einsatz in einem Kriegsgebiet kommen, leiden oft an einer posttraumatischen Belastungsstörung. „Bei vielen lässt sich das wieder einrenken“, sagte er. Doch oft leiden auch die Kinder dieser Soldaten. Zur Betreuung dieser Kinder gebe es das Projekt „Mein Papa hat Trauma“, für das kurzfristig 10  000 Euro benötigt wurden. 2500 kamen von der Erbsensuppe, durch Aufrufe im Internet und zahlreiche Kleinspenden landete man am Ende bei 11  500 Euro, den Kindern konnte geholfen werden. „Das ist etwas“, so Annighöfer, „das man machen muss.“

Der Remter quoll nicht gerade über von Gästen; es hatte eine verhältnismäßig große Zahl an Absagen aus Krankheitsgründen gegeben. Unter den Gästen waren neben Oberbürgermeisterin Simone Lange die Glücksburger Bürgervorsteherin Dagmar Jonas und der Handewitter Bürgermeister Thomas Rasmussen, Uni-Präsident Werner Reinhart, die Bundestagsabgeordnete Sabine Sütterlin-Waack und der dänische Generalkonsul Henrik Becker-Christensen. „Stadt und Bundeswehr helfen sich gegenseitig“, betonte Stephan Annighöfer. „Wir leben zusammen und nicht nebeneinander her.“ Für die Bundeswehr könne er versprechen, dass es dabei auch bleiben werde.

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