Hochzeit : Es muss ja nicht gleich London sein

Der Gotische Saal des Schleswiger Rathauses. Kosten: 150 Euro (Gebühren plus Raummiete). Nur werktags zugänglich.
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Der Gotische Saal des Schleswiger Rathauses. Kosten: 150 Euro (Gebühren plus Raummiete). Nur werktags zugänglich.

Heiraten in stilvollem Ambiente ist nicht nur bei den Royals beliebt: Auch im Kreis Schleswig-Flensburg geht der Trend zum Außergewöhnlichen.

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01. Mai 2011, 09:05 Uhr

Schleswig-Flensburg | Wenn Prinz William und seine Kate heute in London vor den Traualtar treten, werden Millionen Fernsehzuschauer auf der ganzen Welt gebannt vor den Bildschirmen sitzen - um möglichst nah dabei zu sein bei diesem prunkvollen Spektakel. Denn viele Frauen wünschen sich doch selbst, eine Traumhochzeit in solch stilvollem Ambiente feiern zu können.
Dass sich deshalb auch hierzulande immer mehr Brautpaare gegen eine Zeremonie in schmucklosen, verstaubten Trauzimmern entscheiden - und stattdessen einen besonderen Ort suchen, um sich das Jawort zu geben - , zeigt sich auch im Kreis Schleswig-Flensburg. "Für diesen außergewöhnlichen Tag wird immer öfter auch das Außergewöhnliche gesucht", sagt Jutta Franzen, Standesbeamtin im Amt Langballig. Sie kann in ihrem Zuständigkeitsbereich gleich zwei solcher speziellen Orte anbieten: die Windmühle "Fortuna" im Landschaftsmuseum Unewatt und die Mühle "Hoffnung" in Munkbrarup. "Beide Orte haben Flair, Charme und strahlen Ruhe und Gemütlichkeit aus", sagt Franzen. Deswegen würden sich Jahr für Jahr mehr Paare für ein Jawort in den alten Gemäuern entscheiden.
Diesen Trend kann auch Franzens Kappelner Kollegin Kirstin Wilke bestätigen. In der Schleistadt lockt ebenfalls eine historische Mühle immer mehr Brautpaare an - vor allem Auswärtige. "50 Prozent unserer Hochzeitspaare kommen aus anderen Bundesländern, um hier bei uns zu heiraten", sagt sie und verweist auf das "feierlich-romantische Ambiente" der Mühle "Amanda", von deren Balustrade man einen herrlichen Blick auf ganz Kappeln und die Schlei habe.
Einen Traumausblick an einem exklusiven Heiratsort kann auch Johannes Gramann, Standesbeamter im Amt Geltinger Bucht, bieten. Mit dem 100 Jahre alten Leuchtturm Falshöft - direkt an der Ostsee gelegen - ist er für den wohl beliebtesten Trauort im Kreis zuständig. "300 Hochzeiten haben wir hier pro Jahr. 90 Prozent der Paare kommen von außerhalb - aus dem Ruhrgebiet, Bayern oder gar aus Österreich und der Schweiz", sagt Gramann. 43 Stufen muss die Hochzeitsgesellschaft allerdings erklimmen, um ins Trauzimmer zu gelangen. 43 weitere sind es, um im Anschluss an die Zeremonie hoch oben in der Galerie des Leuchtturms die Hochzeitsfotos schießen zu können - inklusive 1A-Aussicht aufs Meer.
Nicht die Ostsee, dafür aber das Haddebyer Noor in unmittelbarer Nähe, haben die Paare, die sich in den Wikingerhäusern des Museums in Haithabu trauen lassen. Die Reetdachhäuser werden im Amt Haddeby immer häufiger als Ort für die standesamtliche Hochzeit gewählt. Denn die Alternative wäre das architektonisch wenig reizvolle Amtsgebäude in Busdorf.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Schlei, in der Kreisstadt Schleswig, haben Brautpaare gleich drei Möglichkeiten, sich für ein besonderes Hochzeitsambiente zu entscheiden: im fast 800 Jahre alten Gotischen Saal des Grauklosters (hinter dem Rathaus), im sogenannten Remter im St.- Johannis-Kloster (direkt an der Schlei) oder - für diejenigen, die es besonders exklusiv mögen - im pompösen Plöner Saal auf Schloss Gottorf. Allerdings gibt es dort nur wenige Termine, jeder erste Freitag im Monat, und mit 450 Euro an Extrakosten ist die standesamtliche Hochzeit auf Gottorf die teuerste im Kreis.
In diesem Punkt kann auch das Glücksburger Schloss nicht mithalten. Dort zahlen Hochzeitspaare 200 Euro auf die üblichen Standesamtgebühren drauf. Sie bekommen dafür allerdings eine einzigartige Atmosphäre geboten. "Hier ist rundum einfach Romantik gegeben. Das Glücksburger Schloss samt Schlossteich, das Trauzimmer: all das hat schon Stil", sagt Standesbeamtin Frauke Janssen. 160 Trauungen werden jährlich in den alten Gemäuern vollzogen, auch der ein oder andere Promi hat dort schon geheiratet.
Soweit ist man in Sachen Hochzeit im Amt Mittelangeln noch nicht. Dafür kann das Standesamt dort ein völlig anderes Angebot unterbreiten. Denn neben der Möglichkeit, sich im Satruper Dorfmuseum das Jawort zu geben, kann man seit zwei Jahren auch im Gartenzimmer des Ferienhofes der Familie Ruhe in Osterbunsbüll heiraten. "Das kommt richtig gut an, weil es dort wunderschön ist", schwärmt Standesbeamtin Christine Hansen vom Ambiente des historischen Bauernhofes.
Möglichkeiten zum stilvollen Heiraten gibt es also genug im Kreis. Und es gibt auch noch freie Termine für dieses Jahr an all diesen Traum-Trauorten.
(wim, shz)

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