Fördelandtherme Glücksburg : „Es geht um 35 Arbeitsplätze“

T. Petersen
T. Petersen

Timo Petersen, Aufsichtsratsvorsitzender Fördelandtherme Glücksburg GmbH, gehört seit 2008 dem führenden Gremium an.

shz.de von
16. Januar 2015, 10:31 Uhr

Glücksburg prüft eine Schließung der Fördelandtherme. Sind Sie einverstanden?

Darauf kann ich nicht einfach mit Ja oder Nein antworten. Finanziell kostet die Therme die Stadt natürlich sehr viel. Aber es geht um 35 Arbeitsplätze und 150  000 bis 180  000 Besucher jährlich. Für mich persönlich ist die Schließung nicht vorstellbar.

Wenn Sie nicht schließen wollen, wie wollen Sie die zunehmende Last für den Haushalt auffangen? Will Glücksburg die Therme verkaufen?

Wir prüfen abgestimmt mit der Kommunalaufsicht alle Möglichkeiten. Für den Weiterbetrieb hatte GLC im vergangenen Jahr begutachtet. Danach arbeiten wir zum Teil schon. Offiziell haben wir das noch nicht bekanntgegeben. Die Möglichkeit der Schließung haben unser Steuerberater und der Kreis berechnet. Das Ergebnis liegt offiziell aber noch nicht vor. Die Stadt prüft außerdem eine Vergabe oder Verpachtung. Die Ergebnisse erfährt die Stadtvertretung im ersten, spätestens im zweiten Quartal.

Warum hat die Stadt 2011 den Kreis Schleswig-Flensburg ziehen lassen? Der hatte immerhin bis zu 75 Prozent des jährlichen Defizits tragen müssen.

Zu der Zeit hatten wir das erste Mal vom Kreis eine Verlustbeteiligung gefordert. Wegen der veränderten Vertragsverhältnisse anlässlich des Ausscheidens von Betreiber Uwe Deyle sah der Kreis sich damals aber nicht mehr in der Pflicht. Immerhin ließ er sich freiwillig auf einen Vergleich ein.

Hat sich die Annahme der einmalig 2,3 Millionen Euro des Kreises als Fehlentscheidung entpuppt?

Nein, die Alternative wäre ja der Klageweg gewesen.

Der Investor Uwe Deyle hatte das Bad für 250  000 Besucher geplant. Die Therme kam einmal auf annähernd 180  000 Gäste. Sind Sie dem Investor mit seinen Plänen auf den Leim gegangen?

Die Annahmen hauen aus heutiger Sicht natürlich nicht mehr hin. Das Bad ist ohnehin nur für höchstens 200  000 Besucher ausgelegt.

Das Gespräch führte Juliane Kahlke

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