Flensburger Stadtteile : Erstaunliche Verjüngung der Südstadt

Mürwik, hier der Marrensdamm, verzeichnet eine weiter älter werdende Einwohnerschaft, aber auch 4,5 Prozent mehr Kinder und Jugendliche.
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Mürwik, hier der Marrensdamm, verzeichnet eine weiter älter werdende Einwohnerschaft, aber auch 4,5 Prozent mehr Kinder und Jugendliche.

Flensburg meldet so viele Neugeborene wie seit Jahren nicht – aber auch die Alterung schreitet in vielen Stadtteilen voran.

Carlo Jolly. von
18. Oktober 2017, 11:54 Uhr

Babyboom an der Förde: Mit 950 neugeborenen Flensburgern verzeichnet die Stadt 2016 einen Rekord, der sehr deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liegt und 82 Geburten höher ist als der bisherige Rekord dieses Jahrtausends von 868 im Jahr 2012. Dabei lag die Geburtenquote (Anzahl der Lebendgeborenen je 1000 Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren) in Weiche (65,2) am höchsten vor Fruerlund (59,3) und der Nordstadt (57,7). Die niedrigsten Geburtenquoten verzeichnen mit 31,3 und 32,6 abgeschlagen die zunehmend studentisch geprägten Quartiere Sandberg und Altstadt.

Für die Südstadt rund um das bahnhofsnahe Rude-Viertel präsentierte Stadtteil-Koordinatorin Heike Gieselmann im jüngsten Sozialausschuss ein „interessante Entwicklung: Der Stadtteil verjüngt sich“. In der Tat verzeichnet kein anderer Stadtteil im aktuellen Sozialatlas einen ähnlich starken Anstieg der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren. Mit 24,8 Prozent von 431 auf 538 wuchs diese Gruppe im Süden so stark wie nirgendwo sonst. Nicht einmal die Neubauregionen Tarup (16 Prozent) und Weiche (7,6) kommen in diese Größenordnung. Engelsby dagegen hat binnen zehn Jahren ein Viertel seiner Kinder und Jugendlichen verloren. Auch die Studentenquartiere Sandberg und Altstadt verzeichneten hier zweistellige Rückgänge.

SPD-Chef Florian Matz erkundigte sich im Ausschuss, ob eine Darstellung der Kinderarmut auf Stadtteilebene möglich sei. Auch hier konnte Gieselmann aus den großen Datenmengen schöpfen. Die Quote der nichterwerbsfähigen Hilfebedürftigen bilde in etwa die Kinderarmut ab. Das Ergebnis indes kann kaum überraschen: Neustadt und Nordstadt weisen hier gemeinsam mit der Südstadt die höchsten Quoten auf. Die großen Unterschiede innerhalb der Stadt werden angesichts der Höchstquote von fast 50 Prozent in der Neustadt und zwei Prozent in Tarup deutlich.

In praktisch allen Stadtteilen sind 2016 die Zahl der ausländischen Bürger stark gestiegen. Auf dem Sandberg hat sich die Zahl – auf geringem Niveau allerdings – von 119 auf 655 fast vervierfacht, in der Neustadt auf höheren Niveau auf 1162 nahezu verdoppelt. In der Neu- und Nordstadt liegt der Ausländeranteil heute bei rund 25 Prozent. Zählt man die Bürger mit ausländischen Wurzeln dazu, sind es in beiden Stadtteilen mehr als ein Drittel.

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